Mary J. Blige spricht darüber, wie sie sich von ihren Perücken verabschiedet hat und für „Mudbound“ ihre natürlichen Haare zeigte

Mary J. Blige ohne blonde Perücken, falsche Wimpern und glamouröses Make-up in „Mudbound“ (Bild: Netflix/Everett Collection)

Denken Sie an Mary J. Blige. Ziemlich wahrscheinlich trägt sie eine blonde Mähne, eine übergroße Sonnenbrille und ein Outfit mit Leopardenmuster.

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Seit den 1990ern besticht Blige auf roten Teppichen, in Musikvideos und bei Auftritten mit couragierten Outfits, die ihren einzigartigen Stil ausmachen. Aber für ihre Rolle als Frau des Pächters Florence Jackson in „Mudbound“, für die sie für einen Oscar nominiert ist, wurde Blige gebeten, dies alles hinter sich zu lassen.

Blige so wie wir sie häufig sehen. (Bild: Getty Images)

Die „Thick of It“-Sängerin sprach mit „The Cut“ über ihre optische Veränderung für ihre Rolle. „Ich habe mich jetzt an meine Nägel gewöhnt und ich bin süchtig nach Wimpern”, sagt sie über ihren typischen Stil. Für ihre Rolle als Florence musste sie sich mental vorbereiten, aber auch optisch. „Ich bin Mary J. Blige. Ich meine, das ist es, was ich tue. Ich trage Perücken, ich trage Bob-Perücken und ich musste alles ablegen, um mein natürliches Haar zu zeigen, wovor ich immer Angst hatte“, sagt sie. „Dee [Rees, der Regisseur des Films] entfernte alles bis zu dem, was ich wirklich bin und die Leute machten mir Komplimente. Die Leute sagten mir, wie hübsch ich sei. Ich wusste nicht, dass ich tatsächlich so schön bin. Verstehen Sie, was ich meine? Ich wusste es nicht.“

Blige, die als Kind ein Wildfang war, verrät, dass sie lange brauchte, um sich an das glamouröse Leben eines Popstars zu gewöhnen. Ihr erster Produzent, der damals 19-jährige Sean „Puffy“ Combs, ermutigte sie, ihren Hip Hop-Stil weiter auszubauen, den sie bereits drauf hatte. „Was ich an Puff liebte, war, dass er alles sah – ich meine, statt eines engen Kleides kleidete er mich in einen weiten Armani-Anzug und Teflon-Schuhen. Manchmal trug ich einen Minirock, einen plissierten Minirock, aber ich trug dazu Stiefel“, sagt Blige. Letztendlich gewöhnte sie sich an Nägel, Wimpern und einer Perücke, und für „Mudbound“ musste sie die Schönheitslektionen vergessen, die sie jahrzehntelang befolgt hatte.

Viola Davis mit ihren natürlichen Haaren bei der Oscarverleihung 2012. (Bild: Kevin Mazur/WireImage)

Es ist ein weit verbreitetes Klischee, dass Frauen, die ihr Äußeres für einen Film verändern, häufig einen Oscar gewinnen. Aber abgesehen von der Aussicht auf einen Preis haben andere farbige Frauen in Hollywood darüber gesprochen, wie die Veränderung für eine Rolle sie ermutigt hat, sich in einem neuen Licht zu sehen. Viola Davis beispielsweise beschrieb den Mut, den sie aufbringen musste, um sich auf dem roten Teppich von ihren Perücken zu trennen. „Ich trug im Whirlpool eine Perücke. Ich hatte eine Perücke, die ich zu Hause trug. Ich hatte eine Perücke, die ich bei Veranstaltungen trug. Ich hatte eine Perücke für den Sport“, verriet Davis 2014 gegenüber „Vulture“. „Ich zeigte nie meine natürlichen Haare. Es war eine notwendige Stütze, keine Verbesserung… ich war so süchtig danach, dass Menschen mich schön fanden. Ich musste von diesem [Gefühl] zu einem gewissen Grad befreit werden.“

Ganz natürlich: Beyoncé als Etta James in „Cadillac Records“, Mariah Carey als Sozialarbeiterin in „Precious – Das Leben ist kostbar“ und Halle Berry ohne ihren hübschen Mädchen-Look in „Jungle Forever“. (Bild: Everett Collection)

Erst durch „Jungle Fever” schaffte Halle Berry es, sich von den – wie sie sie nannte – „umwerfenden Mädchen“-Rollen zu verabschieden. Als dies geschafft war, war sie in der Lage, als Schauspielerin ehrgeiziger zu sein. Als Mariah Carey in „Precious – Das Leben ist kostbar“ eine Sozialarbeiterin spielte, drehten sich viele Gespräche um ihren Auftritt ohne Make-up. Zuerst mag sich Carey über ihre weniger glamouröse Rolle beschwert haben. „Sie wissen nicht, dass ich das bin und für mich war das ein großartiges Geschenk, das [Lee] mir gab, um mich wirklich so weit davon zu entfernen, wer ich bin“, erklärte sie „Rolling Stone“. Selbst Beyoncé hatte ihren großen Auftritt im Glamour-freien Rampenlicht: Sie „schmiss den Glamour so leicht und fröhlich aus dem Fenster“, um sieben Kilo für ihre Rolle als Etta James in „Cadillac Records“ zuzulegen. Blige gesellt sich nun zu ihnen als Frau, die ihre Schönheit kennt, mit oder ohne Perücke.

Blige hat zwar eine neue Sicht auf Schönheit gewonnen, aber es gibt eine Lektion fürs Leben, die sie bei der Oscarverleihung verbreiten wird: „Wenn du dich verletzt fühlst, geh früh nach Hause.“

Leah Prinzivalli

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