Martinez als blutiger Held! Bayern müht sich weiter

Javi Martinez erzielte den Siegtreffer für Bayern

Der FC Bayern hat trotz seines Sturm-Notstands vorzeitig das Achtelfinale der Champions League erreicht und bleibt unter Trainer Jupp Heynckes in der Erfolgsspur.

Auch ohne die verletzten Robert Lewandowski und Thomas Müller gewann der deutsche Rekordmeister das vierte Gruppenspiel bei Celtic Glasgow mit 2:1 (1:0) und kann nicht mehr von Platz zwei in Gruppe B verdrängt werden (SERVICE: Tabelle).

"Wir wussten, dass Glasgow eine Schippe drauflegen wird. Wir haben gut dagegengehalten und haben es phasenweise echt gut gemacht", sagte Torwart Sven Ulreich bei Sky.


Für die Münchner war die Partie im Hexenkessel Celtic Park die richtige Einstimmung auf das Bundesliga-Spitzenspiel am Samstag (18.30 Uhr) bei Borussia Dortmund. Kingsley Coman erzielte nach Vorarbeit von Torwart Sven Ulreich in der 22. Minute die Führung. Callum McGregor glich aus (74.), dem starken Javi Martinez gelang nur drei Minuten später das 2:1.


Sorge um Boateng und Coman

Dabei zog sich der Defensivmann einen Cut im Gesicht zu, was eine sechsminütige Nachspielzeit zur Folge hatte. "Ich ziehe mir gerne jedes Spiel einen Cut zu, wenn ich dabei ein Tor schieße. Es ist nur Blut", sagte Martinez nach dem Spiel (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan).

Für Sorgenfalten sorgte Jerome Boateng, der sich in der Schlussphase mehrfach an den Oberschenkel fasste, nachdem bereits Mats Hummels kurzfristig ausgefallen war. Der Verteidiger hat sich ersten Angaben zu Folge aber nicht wirklich verletzt. Auch Kingsley Coman humpelte aus der Kabine zum Bus.


Für Aufsehen sorgte Arturo Vidal, der nach seiner Auswechslung in der 59. Minute fluchte und nicht abklatschte. Heynckes nahm das aber locker. "Ich finde es gut, dass er wütend ist. Wenn ein Spieler, der ausgewechselt wird, pfeifend vom Platz geht, stimmt irgendwas nicht", so Heynckes.

Vorzeitig im Achtelfinale

Für die Bayern, die zum zehnten Mal in Folge die K.o.-Runde der Königsklasse erreicht haben, war es bereits der sechste Sieg im sechsten Spiel unter Heynckes. Um allerdings den angestrebten Gruppensieg noch zu erreichen, muss der Rekordmeister die beiden ausstehenden Partien in Anderlecht am 22. November und zuhause gegen Paris St. Germain klar gewinnen.

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"Man hat vor dem Spiel schon gewusst, dass es ein sehr schwieriges und intensives Spiel werden würde. Es ist normal, dass die Frische in einigen Phasen fehlt", sagte Heynckes: "Die Priorität war, das Achtelfinale zu erreichen. Das haben wir heute geschafft."

Der Trainer nahm mit Blick auf Dortmund gleich fünf Änderungen in der Aufstellung im Vergleich zum jüngsten 2:0 gegen Leipzig vor. Niklas Süle, Rafinha, Vidal, Corentin Tolisso und Coman spielten für Hummels (muskuläre Probleme), Joshua Kimmich, Thiago, Sebastian Rudy und Lewandowski. Für den angeschlagenen Torjäger stürmte James (Der LIVETICKER zum Nachlesen).

Coman nutzt Patzer

Die Bayern hatten in der Anfangsphase einige Probleme gegen die kampfstarken, fußballerisch aber limitierten Schotten konstruktiv nach vorne zu spielen. Erst ein dicker Patzer der schottischen Defensive brachte Gefahr und gleich ein Tor. Nach weitem Abschlag von Ulreich verschätzten sich Dedryck Boyata und Celtic-Keeper Craig Gordan massiv. Coman sagte danke, nutzte dabei allerdings auch seine Hand.

Die Bayern agierten gegen das von den Fans enthusiastisch unterstützte Celtic allerdings weiterhin zu passiv, schafften kaum mehr Entlastung und mussten einige brenzlige Situationen überstehen.

"Ich bin sehr stolz auf das Team. Wir haben defensiv gut gearbeitet, im Spiel nach vorne Lücken gefunden und sehr, sehr gut gespielt. Über die Gegentore ärgern wir uns, auf diesem Niveau wirst du eben eiskalt bestraft. Natürlich sind wir enttäuscht über die Niederlage, wir können jedoch viele positive Dinge aus diesem Spiel mitnehmen", so Celtic-Trainer Brendan Rodgers.

Alaba und Ulreich retten

Viel Glück hatten sie in dieser Phase vor allem, als David Alaba in Klassemanier gerade noch vor Moussa Dembele (30.) klären konnte. Direkt nach dem Wechsel war es dann Ulreich, der gegen Armstrong glänzend parierte.

Es war offenbar ein Warnschuss zur rechten Zeit. Die Bayern konnten sich in der Folge im Mittelfeld ein Übergewicht erspielen. Das Fehlen von Lewandowski als Anspielpunkt im Zentrum war aber deutlich zu spüren. Robben, Coman, James und Vidal mühten sich im Wechsel in der Spitze redlich - gefährlich wurde es nur selten. Wie etwa beim Schuss von James (68.).

McGregor bestrafte die passiven Bayern in der 74. Minute, doch Martinez wurde zum blutigen Helden.