Martina Merz bleibt Chefin von Thyssenkrupp

Firmensitz von Thyssenkrupp in Essen

Martina Merz, seit Oktober zunächst vorläufig Chefin von Thyssenkrupp, soll den Industriekonzern auch die kommenden Jahre führen. Der Personalausschuss des Aufsichtsrats von Thyssenkrupp habe am Freitag empfohlen, Martina Merz mit Wirkung zum 1. April 2020 für drei Jahre zur Vorstandsvorsitzenden zu bestellen, teilte der Konzern in Essen mit. Ihr Aufsichtsratsmandat werde die 57-Jährige entsprechend niederlegen.

Merz hatte den Chefposten des angeschlagenen Konzerns im Oktober übernommen und angekündigt, alles auf den Prüfstand zu stellen. Die nun vereinbarte dauerhafte Übernahme sei "die beste denkbare Lösung", erklärte Aufsichtsratschef Siegfried Russwurn. Merz habe bewiesen, dass ihr Ansatz richtig sei und ihre Konsequenz Wirkung habe. "Die Veränderungen im Unternehmen sind deutlich erkennbar. Wir wollen, dass sie genauso kraftvoll weitermacht." Merz selbst erklärte, sie wolle das Unternehmen "wieder erfolgreich machen".

Neuer Finanzchef wird Klaus Keysberg, seit Oktober bereits Vorstandsmitglied. Er bleibt zudem zuständig für die Werkstoffgeschäfte. Der Vorstand von Thyssenkrupp besteht mit diesen personellen Veränderungen aus nur noch drei Mitgliedern, wie der Konzern mitteilte. Neben Merz und Keysberg bleibe Oliver Burkhard unverändert in seiner Rolle als Personalvorstand und Arbeitsdirektor.

Die Verkleinerung des Vorstands spiegele die Veränderung des Unternehmens durch den Verkauf des Aufzuggeschäfts in angemessener Weise wider, erklärte der Konzern. Thyssenkrupp hatte Ende Februar sein erfolgreiches Aufzugsgeschäft für rund 17 Milliarden Euro an ein Investorenkonsortium verkauft. Der Konzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr einen Verlust von 304 Millionen Euro gemacht, rund fünf Mal so viel wie im Vorjahr.