Martin geht mit Radsport-Spitze hart ins Gericht

Tony Martin geht bei der Rad-WM an den Start

Kurz vor dem Einzelzeitfahren bei der Rad-WM in Bergen hat Zeitfahr-Spezialist Tony Martin kein gutes Haar an der ersten Amtszeit von UCI-Präsident Brian Cookson gelassen.

"Von Änderungen ist nichts zu sehen, die World Tour ist ein komplettes Chaos. Keiner blickt durch das Wertungssystem", sagte der 32-Jährige mit Blick auf die mögliche Wiederwahl des Briten beim Kongress des Radsport-Weltverbandes am Donnerstag in Bergen/Norwegen.

Cookson (66) habe auch das wichtige Thema Fahrersicherheit absolut vernachlässigt. "Ich habe immer noch das Gefühl, dass wir gegen eine komplette Wand laufen", sagte Martin, der sich nach einigen schweren Unfällen auch gemeinsam mit Top-Sprinter Marcel Kittel für Änderungen stark gemacht hatte.

"Alle Anregungen, die wir gemacht haben - wenn sie nicht von engagierten Organisatoren aufgegriffen werden -, dort hat sich nullkommagarnichts geändert", sagte Martin: "Da ist gar nichts gekommen."

Dabei sei Sicherheit nach wie vor "ein ganz, ganz großes Thema, und das sollte sich der Präsident eines Weltverbandes ganz groß auf die Brust schreiben", sagte Martin, der findet: "Ich war nicht wirklich begeistert von seiner Amtszeit."

Kittel ist der gleichen Meinung: "Ich glaube nicht, dass die Probleme kleiner, sondern größer geworden sind", sagte der Thüringer jüngst.

Am Donnerstag steht Cookson seinem französischen Herausforderer David Lappartient gegenüber. Vor vier Jahren hatte Cookson in Florenz den skandalumtosten Iren Pat McQuaid abgelöst, dem eine klebrige Nähe zu Dopingbetrüger Lance Armstrong nachgesagt worden war. Außerdem wurden in dieser Zeit gegen McQuaid schwerwiegende Korruptionsvorwürfe erhoben.