Martin Brundle: Lance Stroll kann trotzdem stolz auf seine Leistung sein

André Wiegold
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Es hätte das Märchen der Formel-1-Saison 2020 werden können: Lance Stroll startete in der Türkei nach einem fulminanten Qualifying von der Pole-Position aus ins Rennen. Der Kanadier schaffte es, in seinem Racing Point die erste Rennhälfte zu bestimmen. Im zweiten Abschnitt ging es für den 22-Jährigen aber wegen des heftigen Verschleißes seiner Intermediates und eines Schadens am Frontflügel auf Platz neun zurück. Laut Formel-1-Experte Martin Brundle hat Stroll dennoch ein gutes Rennen gezeigt.

"Stroll hat von der Pole-Position aus eine beeindruckende Führung aufgebaut und sogar zehn Sekunden auf seinen Teamkollegen Sergio Perez herausgeholt", so Brundle gegenüber 'Sky'. "Als er dann aber von Perez unter Druck gesetzt wurde und in Runde 36 die Intermediates aufzog, kippte sein Rennen." Außerdem sei Stroll nach dem Boxenstopp zu aggressiv zu Werke gegangen, während er zu Beginn mit seinem ruhigen Fahrstill überzeugt habe, so der Experte.

Letztlich sprang für den Youngster in einem Rennen, das er an einem perfekten Tag womöglich sogar auf dem Podium beendet hätte, nur Platz neun heraus. Das Rätselraten für den Einbruch der Leistung des Racing Points war im Team schnell beendet: Neben des Reifenverschleißes gab es eine Beschädigung am Frontflügel des Kanadiers, die sich auf die Pace des Boliden ausgewirkt hat.

"Brundle stellt klar: "Er kann dennoch stolz auf die Pole-Position und seine Führungsrunden sein, auch wenn seine Pace auf frischen Intermediates - aufgrund des Verschleißes - wie bei vielen anderen Fahrern schnell eingebrochen ist." Wie gut der Racing Point in der Türkei ging, zeigte sein Teamkollege Perez: Der Mexikaner kämpfte sich nach einer starken Leistung auf Platz zwei und sicherte sich damit sein erstes Podium in der Saison 2020.

"Der bald Arbeitslose Perez hat im Schwesterauto von Racing Point seine Klasse und Erfahrung beweisen, genau wie Lewis Hamilton", erklärt Brundle. "Seine Pace und Rennintelligenz waren exzellent. Obwohl er vier Kurven vor Schluss von Charles Leclerc überholt wurde, schaffte es er noch auf Platz zwei ins Ziel zu kommen." Der Mexikaner, der in seiner Formel-1-Karriere auf neun Podiumsergebnisse kommt, landete erstmals seit 2012 wieder auf Platz zwei.

Laut Brundle könnte sich Perez mit diesem Rennen für das möglich frei werdende Cockpit bei Red Bull beworben haben. Alexander Albons Stuhl wackelt aufgrund seiner mäßigen Ergebnisse mächtig, weshalb kommende Saison ein Platz im Topteam zu holen sein könnte und Brundle ist sich sicher, dass Perez ein heißer Kandidat bei Red Bull ist.

Außerdem lobt er den Mexikaner für seine Leistungen: "Hätte er kein Pech gehabt, wäre er in Österreich, Portimao und Imola auch auf dem Podium gelandet. Außerdem hat er zwei Rennen wegen Covid verpasst." In der Gesamtwertung liegt der Mexikaner aktuell mit 100 Punkten auf dem Konto hinter Hamilton, Valtteri Bottas und Max Verstappen auf Platz vier.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.