Marseilles Skandal-Präsident schwer erkrankt

Bernard Tapie war von 1986 bis 1994 Präsident von Olympique Marseille

Der frühere Großunternehmer und Präsident des französischen Klubs Olympique Marseille, Bernard Tapie, ist schwer erkrankt. "Bernard leidet an Magenkrebs und wird im Saint-Louis-Krankenhaus in Paris mit einer Chemotherapie behandelt", teilte seine Frau Dominique der Nachrichtenagentur AFP mit. Eine Operation werde gegen Jahresende angestrebt.

"Seine Natur als Kämpfer und die starken Ermutigungen, die wir erhalten haben, stimmen uns optimistisch", sagte die Ehefrau des 74-Jährigen weiter. Aus Betroffenheit über die Nachricht haben die Olympique-Fans spontan eine Choreographie für das Heimspiel am Samstagabend im Stade Velodrome gegen den FC Toulouse organisiert. "Bernard, du bist immer ein Kämpfer gewesen. Kämpfe auch heute", stand auf dem Transparent. 

Erst im Mai war Tapie vom Berufungsgericht in Paris zu einer Rückzahlung von 404 Millionen Euro verurteilt worden. 2008 war ihm die Summe einschließlich Zinsen als Schadenersatz in einem Rechtsstreit mit der Bank Crédit Lyonnais wegen des Verkaufs des deutschen Sportartikelherstellers adidas zugesprochen worden.

Tapie sorgte für Bestechungsskandal 

Tapie war während seiner Präsidentschaft von 1986 bis 1994 zudem verantwortlich für einen der größten Skandale der europäischen Fußballgeschichte. 1993 zahlte er Schmiergelder an Olympiques Ligarivalen Valenciennes, um vier Tage vor dem Europapokal-Finale der Landesmeister gegen den AC Mailand seine Stars in der Ligapartie schonen zu können und trotzdem keinen Boden im Kampf um die fünfte Meisterschaft in Folge zu verlieren.

Nach dem 1:0-Sieg gegen Milan, dem größten Triumph der Vereinsgeschichte, zu dem auch Weltmeister Rudi Völler gehörte, flog der Deal auf. Marseille wurde die Meisterschaft aberkannt und in die zweite Liga verbannt. Tapie musste für acht Monate ins Gefängnis.