Markus Lanz: Angespanntes Verhältnis zwischen Großbritannien und Russland spaltet Talkrunde

In der Talkrunde ging es in weiten Strecken um Russland. (Bild: ZDF/Screenshot)

Das aktuell angespannte Verhältnis zwischen Großbritannien und Russland war am Dienstagabend Hauptgesprächsthema bei Markus Lanz. Nicht nur Polit-Expertinnen äußerten sich zu der Sache: Auch der Heavy-Metal-Sänger und Iron-Maiden-Frontmann Bruce Dickinson fand klare Worte.

Immer wieder kommen russische Staatsbürger im In- und Ausland auf mysteriöse Weise ums Leben. Aktuell sorgt der Nervengift-Angriff auf den früheren russischen Doppelagenten Sergei Skripal und dessen 33-jährige Tochter für Verwerfungen zwischen Großbritannien und Russland. Das für den Anschlag verwendete Nervengift soll aus sowjetischer Produktion stammen. Die britische Premierministerin Theresa May stellte Moskau in einer dramatischen Rede ein Ultimatum.

Markus Lanz hatte aus diesem Grund gleich zwei Russland-Kennerinnen in sein Studio geladen: die langjährige Moskau-Korrespondentin der ARD Gabriele Krone-Schmalz sowie die Journalistin und Buchautorin Katja Gloger, die ebenfalls mehrere Jahre aus Russland berichtete. Dazu muss man wissen, dass die beiden Frauen unvereinbar entgegengesetzte Positionen vertreten. Die Haltung von Krone-Schmalz gilt als Pro-Kreml, Gloger wird dagegen nachgesagt, neutral bis anti-russisch zu berichten.

Gabriele Krone-Schmalz kritisierte die britische Premierministerin scharf. (Bild: Wenn)

Die Aufregung um den aktuellen Agentenkrimi kann Krone-Schmalz nur bedingt nachvollziehen: „Dass man Agenten eliminiert, das machen Geheimdienste weltweit“, sagt die Journalistin. Sie könne aber verstehen, dass der Einsatz von tödlichem Nervengift Aufregung auslöse. Was sie allerdings nicht verstehe, sei die Härte von Theresa Mays Rede. Denn „es sei noch nicht bewiesen, wer denn nun wirklich dahinter steckt.“ May riskiere, die ohnehin schon schlechten Beziehungen zu Russland „noch ein Stück schlechter zu machen“. Bisher sei alles Spekulation, so Krone-Schmalz.

Katja Gloger kann die harsche Haltung der britischen Premierministerin sehr wohl nachvollziehen: „Natürlich muss ein Staat und ein Regierungschef sehr hart reagieren, wenn ein Anschlag auf seinem eigenen Territorium geschieht, gegen seine eigenen Staatsbürger.“ Man habe aktuell zwar keine Beweise, wer hinter diesem Verbrechen stecke. Indizien würden allerdings Richtung Moskau deuten.

Pilot, Sänger, Dichter, Fechter, Motivationstrainer, Bierbrauer: Bruce Dickinson gilt als Multitalent. (Bild: Wenn)

Spekulationen, Indizien – zu mehr ließen sich die Russland-Expertinnen an diesem Abend nicht hinreißen.

Der Iron-Maiden-Sänger Bruce Dickinson bewarb in der Sendung nicht nur seine Autobiografie, er äußerte sich ebenso zu dem mysteriösen Agentenkrimi. Dabei verweist er auf die jüngere Geschichte: „Es gab immer wieder verdächtige Todesfälle russischer Staatsbürger, die zufälligerweise alle Personen betrafen, die nicht mit der russischen Regierung übereinstimmten.“

Der Brite kann die harte Reaktion seiner Regierungschefin verstehen: „Ich denke, was wir jetzt sehen, ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Nervengift auf europäischem Boden! Stellen Sie sich vor, wenn das in Frankreich geschähe, was würde dann passieren? Was würde Macron wohl unternehmen? Ich könnte mir vorstellen, dass die Reaktion ganz ähnlich aussähe wie bei Theresa May.“

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