Markus Lanz: Das Publikum applaudiert – und Grünen-Chef Robert Habeck rollt mit den Augen

In der Runde ging es diesmal um die GroKo, die SPD und den Wiener Opernball. (Bild: ZDF/Screenshot)

Nach dem Ende der Koalitionsverhandlungen musste bei Markus Lanz noch einmal über die GroKo gesprochen werden – vor allem aber über Martin Schulz. Studiogast Robert Habeck (Die Grünen) lieferte sich zum Teil ein Duell mit Comedian Ingo Appelt – und konnte an einer Stelle den Zuspruch des Publikums nicht verstehen.

Zu Gast waren der Grünen-Politiker Robert Habeck, die Journalistin Claudia Kade, Comedian Ingo Appelt, Schauspielerin Lotte Tobisch sowie der Pferdemediator Timo Ameruoso.

Zum Einstieg stellt Markus Lanz fest: „136 Tage nach der Bundestagswahl gibt‘s endlich einen Koalitionsvertrag.“ Und will von Ingo Appelt wissen: „Was war die größte Überraschung für dich?“ Der Comedian salopp: „Dass es den gibt.“ Bei den Jamaika-Gesprächen habe Appelt, der seit seinem 16. Lebensjahr Mitglied der SPD ist, gedacht: „Die sondieren jetzt bis 2021 durch“. Martin Schulz vergleicht er mit dem Kapitän der Costa Concordia. Wie dieser habe der SPD-Politiker, indem er den Parteivorsitz nun abgibt, sich als Erster von einem sinkenden Schiff gerettet.

Seit Ende Januar Bundesvorsitzender der Grünen: der Schriftsteller und Politiker Robert Habeck. (Bild: Wenn)

Grünen-Politiker Habeck, der im Herbst an den Jamaika-Verhandlungen teilnahm, gesteht in der Sendung, dass er selbst im Falle eines Bündnisses aus Union, FDP und Grünen nicht mit einem Ministerposten rechnete. Über Martin Schulz will der stellvertretende Ministerpräsident Schleswig-Holsteins nicht herziehen. Der habe nach dem Scheitern von Jamaika „respektabel“ gehandelt. Dass Schulz ursprünglich in Opposition gehen wollte, nun aber mit seiner Partei in der Regierung sitzt, stellt für Habeck keinen Wortbruch dar.

Als es um die Doppelspitze bei den Grünen geht, die traditionell aus einem Mann und einer Frau besteht, verteidigt Habeck diese Quotenregelung. Die Strukturen der Gesellschaft machen es Frauen seiner Meinung nach nicht einfach, da helfe eine solche Quote. Das Publikum reagiert johlend und mit frenetischem Applaus. Offenbar ein wenig zu enthusiastisch, denn der Grünen-Politiker verdreht bei dieser Reaktion die Augen.

Schauspielerin und Society-Dame Lotte Tobisch ist die wohl bekannteste Wienerin. (Bild: Wenn)

Des Weiteren sprach in der Sendung die Schauspielerin Lotte Tobisch, die 15 Jahre lang den Wiener Opernball organisierte. Den österreichischen Bauunternehmer Richard Lugner, der jedes Jahr mit einem Stargast den Ball beglückt, nannte die 91-Jährige einen „Staatswurschtel“. Solch schillernde Figuren müsse der Opernball, auf dem sich „Gauner und Fürsten“ treffen, aushalten.

Als Markus Lanz fragt, warum die Österreicher ihre Titel wie Doktor, Hofrat und Professor immer so in den Vordergrund rücken, entgegnete Tobisch: „Tun Sie uns nicht lächerlich machen, ihr seid für uns mindestens ebenso lächerlich!“ – und sorgte damit für den heitersten Moment des Abends.

Am Ende machte Markus Lanz der legendären Wienerin dann noch ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnte: In den kommenden vier Wochen will der Moderator Tobisch alleine in seine Sendung einladen, um sich 75 Minuten aus ihrem bewegten Leben erzählen zu lassen. „Sie sind mir sympathisch“, erwiderte Tobisch, „da kann es sogar sein, dass ich wiederkomme.“

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