Mark Zuckerberg will sein Schweigen brechen


Facebook-Chef Mark Zuckerberg will sich offenbar in Kürze öffentlich zu dem Datenskandal äußern, der den Konzern derzeit erschüttert. Wie das US-Portal „Axios“ am Mittwoch meldet, werde Zuckerberg in den kommenden 24 Stunden eine Stellungnahme abgeben.

In die wachsende Kritik an dem Unternehmen stimmte am Mittwoch selbst Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein – wenn auch ohne Facebook namentlich zu erwähnen. „Die großen Plattformen im Internet mit ihren Hunderten Millionen von Nutzern machen es möglich, dass Falschinformationen und Verschwörungstheorien heute in Windeseile verbreitet und massenhaft 'geteilt' werden“, sagte Steinmeier in Berlin. „Es sind Parallelwelten entstanden, in denen die Selbstbestätigung durch den Austausch mit Gleichgesinnten vorherrscht und alles ausgeblendet wird, was der eigenen Sichtweise widerspricht.“

Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica sich unerlaubt Zugang zu Daten von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern verschaffen konnte. Die Firma soll im US-Wahlkampf entscheidend dabei geholfen haben, mit als Werbung geschalteten gezielten Botschaften bei Facebook Anhänger des heutigen Präsidenten Donald Trump zu mobilisieren und zugleich potenzielle Wähler der Gegenkandidatin Hillary Clinton vom Urnengang abzubringen.

Facebook-Gründer Zuckerberg war in den vergangenen Tagen daher stark unter Druck geraten. Bisher haben weder er noch die Nummer zwei des Konzerns, Sheryl Sandberg, in der Affäre eine öffentliche Erklärung abgegeben. Ranghohe Demokraten im US-Senat wollen ihn nun vorladen.

Der Facebook-Chef solle vor dem Justizausschuss der Kammer versichern, dass sein Unternehmen sich federführend um Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Privatsphäre von Nutzern kümmern wolle, forderte Senatorin Dianne Feinstein, die ranghöchste Demokratin in dem Senatsgremium. Sollte Facebook dazu nicht in der Lage sein, müsse wohl der Kongress einschreiten.


Überhaupt sei es womöglich an der Zeit, dass die Abgeordneten über eine Regulierung von Social-Media-Diensten nachdenke, ergänzte Feinstein. Denn Datenskandal um Facebook bezeichnete sie zudem als „Gefahrensignal.“

Auch Feinsteins Senatskollege Mark Warner, ranghöchster Demokrat im Geheimdienstausschuss, sprach sich für eine Vorladung Zuckerbergs aus. Der Vorsitzende des Gremiums, der Republikaner Richard Burr, wollte sich indes nicht darauf festlegen, dass der Facebook-Chef vor dem Ausschuss erscheinen müsse.

Die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica hat Berichten der „New York Times“ und des britischen „Guardian“ zufolge Profile von mehr als 50 Millionen Facebook-Nutzern ohne deren Genehmigung angezapft. Das für das Wahlkampfteam des späteren US-Präsidenten Donald Trump tätige Unternehmen soll Wählern mithilfe der Daten auf sie zugeschnittene Anzeigen und Geschichten mit Pro-Trump-Botschaften präsentiert haben. Letztlich soll Cambridge Analytica so Einfluss auf deren Wahlverhalten genommen haben.

Facebook hat die Verbindungen zu der britischen Firma inzwischen gekappt. Dennoch steigt der Druck auf Zuckerberg, auch ein britischer Parlamentsausschuss hat ihn vorgeladen. Ob er dem nachkommen wird, teilte Facebook bislang nicht mit.