Mark Zuckerberg weist Whistleblower-Vorwürfe zurück: "Behauptungen ergeben keinen Sinn"

·Lesedauer: 3 Min.
Mark Zuckerberg hat sich zu den Vorwürfen der Whistleblowerin Frances Haugen geäußert. (Bild: 2016 Getty Images/David Ramos)
Mark Zuckerberg hat sich zu den Vorwürfen der Whistleblowerin Frances Haugen geäußert. (Bild: 2016 Getty Images/David Ramos)

Nach den schweren Anschuldigungen einer ehemaligen Angestellten hat sich nun Facebook-Chef Mark Zuckerberg zu den Vorwürfen geäußert. In seinem Statement zeigte sich der Firmenchef vor allem defensiv.

Es sei "eine harte Woche" gewesen, schrieb Mark Zuckerberg in einer Mail an seine Angestellten, die der Facebook-Chef nun auch mit der breiten Öffentlichkeit teilte. Tatsächlich sah sich Facebook bereits in den vergangenen drei Wochen mit schweren Vorwürfen konfrontiert, da die internationale Tageszeitung "The Wall Street Journal" wiederholt interne Dokumente veröffentlichte, die den manipulativen Einsatz sowie die negativen Auswirkungen von Facebook auf seine Nutzerinnen und Nutzer belegen.

Am Dienstag gipfelte die Abrechnung der verantwortlichen Whistleblowerin Frances Haugen dann schließlich in einer Anhörung vor dem US-Senat, in der die ehemalige Facebook-Mitarbeiterin eine strenge Regulierung des Unternehmens forderte,

Nun wehrte sich Mark Zuckerberg gegen die erhobenen Anschuldigungen. Haugen hatte unter anderem behauptet, dass die Unruhen im Kapitol von Washington Anfang Januar von Facebook mit angeheizt wurden: Facebook habe nach der US-Wahl die Sicherheitssysteme ausgeschaltet, die Fehlinformationen reduzierten, um möglichst viel Wachstum generieren zu können.

Zuckerberg nennt Argumente "äußerst unlogisch"

"Das Argument, dass wir absichtlich Inhalte pushen, die die Menschen wütend machen, um Profit zu machen, ist äußerst unlogisch", schrieb nun Zuckerberg auf seinem Facebook-Profil. "Wir verdienen Geld mit Werbung, und die Werbekunden sagen uns immer wieder, dass sie ihre Werbung nicht neben schädlichen oder wütenden Inhalten sehen wollen."

Auch sonst zeigte sich der Unternehmer in seinem Post, der ursprünglich an seine Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter adressiert war, vor allem defensiv: "Viele der Behauptungen ergeben keinen Sinn." Als Antwort auf Haugens Vorwurf, Facebook habe "Wachstum über Sicherheit" gestellt, wies er entschieden zurück. "Wenn es uns nicht um die Bekämpfung schädlicher Inhalte ginge, warum würden wir dann so viele Angestellte beschäftigen, die sich dieser Aufgabe widmen, wie kein anderes Unternehmen in unserer Branche - selbst wenn es größer ist als wir?"

"Ich bin stolz auf alles, was wir tun"

Weiterhin gebe es keinen Grund anzunehmen, dass der Konzern zur sozialen Spaltung beitrage: "Wenn die sozialen Medien so sehr für die Polarisierung der Gesellschaft verantwortlich wären, wie einige Leute behaupten, warum sehen wir dann, dass die Polarisierung in den USA zunimmt, während sie in vielen Ländern mit einer ebenso starken Nutzung der sozialen Medien auf der ganzen Welt gleich bleibt oder zurückgeht?"

Zuckerberg beendete den Post, der mehr als eine halbe Million "Likes" erhielt und über 190.000 Mal kommentiert wurde, mit einem Appell an seine Angestellten: "Ich bin stolz auf alles, was wir tun, um weiterhin die besten sozialen Produkte der Welt zu entwickeln, und ich bin Ihnen allen dankbar für die Arbeit, die Sie hier jeden Tag leisten."

Auch abseits der schwerwiegenden Vorwürfe gestalteten sich die vergangenen Tage schwierig für Facebook. Fast sieben Stunden lang waren die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram sowie der Messengerdienst WhatsApp am Montagabend nicht erreichbar. Für das Unternehmen hatte der Ausfall vor allem finanzielle Auswirkungen: Die Facebook-Aktien stürzten im US-Nachmittagshandel am Montag um 5,3 Prozentpunkte ab. Außerdem berichtet das Werbeunternehmen Standard Media, dass pro Stunde Ausfall allein in den USA 545.000 Dollar an Werbeeinnahmen verloren gingen.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.