WEC: Webber prophezeit harte Zeiten

Nissan schaffte 2015 in Le Mans nicht einmal ansatzweise normales LMP1-Tempo


Zur sogenannten "Super-Saison" 2018/19 der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) ist nur noch ein einziger Hersteller in der LMP1-Klasse übrig. Toyota wird sich im Kampf um Gesamtsiege nicht mehr an Porsche oder Audi messen können, sondern hat Privatteams wie SMP, ByKolles oder DragonSpeed als Gegner. Kurzum: Die Topklasse in Le Mans geht durch ein tiefes Tal, bevor es mit Einführung des Reglements 2020 womöglich wieder bergauf gehen wird.

"Wenn es Nissan geschafft hätte, ein funktionierendes Auto zu bauen, dann wären es bestimmt interessante Zeiten geworden. Wenn die auch noch um Siege hätten kämpfen können, dann wäre es eine schöne Meisterschaft geworden", meint Ex-Porsche-LMP1-Pilot Mark Webber im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Die Japaner hatten sich 2015 mit dem ungewöhnlichen GT-R LM samt Frontmotor an die Sarthe gewagt, waren kläglich gescheitert und hatten sich daraufhin schnell wieder zurückgezogen.

"Nissan hat es nicht hinbekommen, Audi musste wegen wirtschaftlicher Dinge raus, Porsche hat jetzt nichts mehr zu gewinnen - bleibt halt nur Toyota", sagt Webber, der Toyota als "sehr loyal gegenüber der WEC" lobt. "Lasst uns doch ganz ehrlich sein: Mehr als vier Hersteller hätte man in der LMP1 ohnehin nie erwarten dürfen. Das war schon echt viel, wenn auch nur für kurze Zeit. Aber auch mit drei Herstellern war es noch recht netter Wettbewerb."

"Das Problem ist auf der anderen Seite: Es kann immer nur einen Sieger geben. Wenn es um Le Mans und die WM ging, dann war das zuletzt immer Porsche. Audi hatte Druck von anderer Seite, der zu deren Ausstieg geführt hat. Es waren halt auch viele externe Faktoren mit dabei", meint der Australier. "Toyota will diesen Sieg in Le Mans, und sie machen offenbar mindestens so lange weiter, bis sie das endlich geschafft haben."

"Trotzdem: Für die LMP1-Klasse sind es harte Zeiten, keine Frage", erklärt der frühere Formel-1-Teamkollege von Sebastian Vettel. Unter den aktuellen Voraussetzungen sei die LMP1-Klasse der WEC kaum interessant. "Aber es gibt ja ermutigende Signale. McLaren würde gern etwas machen mit einem LMP1-Auto, das ein Gesicht des Straßenautos hat - wie immer man das dann auch nennen wird", sagt Webber. Die Briten, die 1995 in Le Mans triumphierten, stellen sich Autos nach dem Vorbild der ehemaligen GTP vor.

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