Mark Webber: "Alonso in Le Mans? Das gibt einen Hype!"

Sonntag in Bahrain: Fernando Alonso kletterte erstmals in den Toyota TS050


Mit seinem bestätigten Start 2018 bei den 24 Stunden von Daytona und dem Test im Toyota-LMP1-Auto am vergangenen Sonntag hat Fernando Alonso seine eigentliche Zielrichtung noch einmal klargemacht: Der spanische Formel-1-Superstar will nach Le Mans, am liebsten bereits im kommenden Jahr. "Ja, ich will das machen. Aber auch jetzt steht noch nicht fest, ob es im kommenden Jahr passieren wird oder erst ein Jahr später", meint Alonso kurz vor seinem letzten Grand Prix mit Honda-Aggregat im Heck des McLaren.

Über 600 Kilometer hatte der Asturier beim Rookietest der WEC im Toyota TS050 absolviert. "Hat Spaß gemacht", so seine Aussage nach sehr konstanten Runden in vielen langen Stints. "Ich muss aber noch viel lernen, denn der Toyota ist ein recht kompliziertes Fahrzeug", gibt Alonso in Abu Dhabi zu Protokoll. Wird er also schon bald noch einmal im Toyota testen? Nein. Nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' ist keine solche Fahrt für den kommenden Toyota-Test im Dezember in Aragon geplant.

"Es war einfach klasse, dass ich ein solches Auto mal fahren durfte. Es gibt darin einige Dinge, die man in der Formel 1 nicht hat: Traktionskontrolle und Allrad zum Beispiel. Da musst du den Fahrstil anpassen. Die Limitierung beim Verbrauch ist noch frustrierender als in der Formel 1, aber insgesamt war es ein tolles Erlebnis", blickt Alonso auf seine Fahrt zurück. "Vieles ist anders, weil du alles mit anderen Fahrern teilst und Kompromisse eingehen musst. Ich bräuchte noch mehr Tests und Zeit, um richtig auf Tempo zu kommen."

"Gott sei Dank gibt es noch diese Typen wie Alonso. Der zieht das durch - Weltklasse", jubelt Hans-Joachim Stuck. "Zu meiner Zeit war das völlig normal, dass du Formel 1 und Sportwagen gefahren bist. Ich bin sicher, dass auch heutzutage noch ganz viele Fahrer so etwas gern tun würden. Aber die heutigen Verträge verhindern das. Alonso ist halt bei McLaren-Honda. Bei denen läuft es nicht gut. Da kann er sagen: 'Ihr könnt mich mal gern haben ...'. Der WEC kann nichts besseres passieren als dass ein Alonso kommt."

Mark Webber: "Es bleibt halt nur Toyota"

Eigentlich hätte der Spanier seinen Angriff in Le Mans schon viel früher absolvieren sollen. "Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass wir 2015 kurz davor waren, ihn ins Auto zu setzen", bestätigt Porsche-LMP1-Teamchef Andreas Seidl, "aber er hat damals leider keine Freigabe bekommen." Es war das Jahr des Le-Mans-Sieges von Nico Hülkenberg, Earl Bamber und Nick Tandy im dritten Porsche 919 - also in jenem Auto, in dem vermutlich auch Fernando Alonso hätte sitzen sollen.

"Als ich damals in die LMP1-Klasse kam, da haben sich auch Fernando und Jenson die Szene genau angeschaut. Sie waren interessiert. Ich bin dann rausgegangen aus der WEC. Und auf Fahrerseite ist nicht wirklich viel Prominenz nachgekommen", beschreibt Mark Webber im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Der Australier fügt grinsend an: "Sollte Fernando in Le Mans fahren, dann wird es einen Hype geben. Das wäre gut für alle. So etwas hätte überhaupt nichts Negatives, sondern nur gute Seiten."

"Fernando ist absolute Weltklasse, einer der besten Rennfahrer überhaupt. Das haben wir beim Indy 500 gesehen. Er will die großen Rennen gewinnen. Dazu gehört, dass er Le Mans nicht in einem GT-Auto fährt, sondern in einem Fahrzeug, das siegfähig ist. Da bleibt halt nur Toyota. Nur dort hat er diese Chance auf den Sieg", so Webber. "Er will die Triple Crown - ich finde das einfach nur großartig", meint Stuck. "Toyota fährt vorn quasi allein. Dann holt der Alonso den Sieg. Das wird die Geschichte schlechthin!"

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