Marion Maréchal-Le Pen wirbt in Trump-Manier für "Frankreich zuerst"

Maréchal-Le Pen bei dem Treffen der US-Konservativen

Ein kämpferischer Auftritt der französischen Rechtspopulistin Marion Maréchal-Le Pen bei einer US-Konferenz sorgt in der Front National für Unruhe: Ein Parteisprecher wies am Freitag Medienberichte zurück, die Rede der 28-Jährigen sei eine Kampfansage an ihre Tante, die angeschlagene Front-National-Chefin Marine Le Pen.

In ihrer Ansprache vor einflussreichen US-Konservativen sagte Maréchal-Le Pen unter Jubelrufen: "Ich bin nicht beleidigt, wenn ich Präsident Trump sagen höre: Amerika zuerst." Im Namen aller Franzosen forderte sie: "Frankreich zuerst". Scharfe Kritik übte sie an der Europäischen Union: "Die EU tötet tausend Jahre alte Nationen."

Bei der Conservative Political Action Conference (CPAC), einem Treffen einflussreicher konservativer Verbände und Lobbygruppen bei Washington, sollte am Freitag auch Präsident Donald Trump sprechen.

Es war der erste Auftritt von Maréchal-Le Pen, seit sie vor neun Monaten ihren Rückzug aus der ersten Reihe der Front National verkündet hatte. Marine Le Pen gilt als angeschlagen, seitdem sie Emmanuel Macron bei der Präsidentschaftswahl im vergangenen Mai mit großem Abstand unterlag. Bei einem Parteitag im März strebt sie ihre Wiederwahl an, Gegenkandidaten gibt es bisher nicht.

Front-National-Sprecher Sébastien Chenu betonte im Sender France Info, die Parteichefin und ihre Nichte ergänzten sich auf "außergewöhnliche" Art: "Marine Le Pen hat die Standfestigkeit und Erfahrung, Marion Maréchal-Le Pen hat etwas zu sagen, hat diese Frische und nutzt neue Mittel." Auf Twitter wurde die Rede der Nichte hundertfach geliked.