Mario Götze von Borussia Dortmund: "Ich habe mich körperlich überfordert"

Mario Götze und sein persönlicher Arzt sprechen erstmals detailliert über die Erkrankung, die den BVB-Star 2017 zu einer langen Pause zwang.

Weltmeister Mario Götze von Borussia Dortmund hat Überbelastung als mögliche Ursache für seine Stoffwechselerkrankung ausgemacht. "Ich habe mich körperlich überfordert und mir zu viel zugemutet. Mein Gedanke war immer: Mehr machen als die anderen. Jetzt weiß ich, dass es gut ist, dem Körper auch mal Zeit zu geben. Deswegen musste ich die Reißleine ziehen", sagt Götze in der vierteiligen  DAZN -Dokumentation Being Mario Götze, deren erster Teil am 9. Juni um 19 Uhr auf der Streamingplattform erscheint.

Götze musste zwischen Februar und Juli 2017 wegen der Erkrankung pausieren. "Es war eine sehr frustrierende Zeit. Wenn man eine Verletzung hat, ist es einfach: Der Knochen oder das Band heilt wieder, dann ist es gut. Aber zu verstehen, dass es auf einer anderen Ebene nicht rund läuft, das zu begreifen und zu verarbeiten, war die größte Herausforderung. Im Nachhinein ist es verständlich, dass der Körper gesagt hat: Bis hierher, aber nicht weiter", erklärt Götze.

Götze-Arzt Murrisch: "Es war keine Depression"

In der DAZN -Doku kommt mit dem früheren DFB-Doc Thierry Murrisch auch Götzes persönlicher Arzt zu Wort. Dieser sagt: "In München entwickelte sich durch vermehrtes Training ein Problem. Training, das viel zu intensiv war mit zu seltenen Regenerationsphasen. Mario erwartet sehr viel von sich und setzte die Grenze sehr hoch. Auf der einen Seite war das positiv, auf der anderen Seite ein Risiko."

Unmittelbar nach der Rückkehr nach Dortmund seien die Symptome richtig aufgetreten: "Müdigkeit, Antriebslosigkeit, schnelle Erschöpfung. Er hatte zwar die Muskulatur eines Bodybuilders, aber sie reagierte nicht auf seine Ansteuerung. Dadurch hat er versucht, noch mehr zu machen und sich besser darzustellen. So bildete sich ein Erschöpfungszustand, der nach der EM 2016 noch einmal richtig zur Geltung kam."

Der subjektive Leistungsdruck sei enorm gewesen und Götze habe angefangen zu zweifeln. "Dementsprechend war bei Mario klar, dass wir ihm viel Ruhe verordnen müssen", so Murrisch, der klarstellt: "Es war allerdings keine Depression. Zu keiner Zeit war Mario in einer depressiven Phase."

DAZN und der preisgekrönte Filmemacher Aljoscha Pause begleiteten Mario Götze ab November 2017 für sieben Monate. In der vierteiligen Doku-Serie "Being Mario Götze - Eine deutsche Fußballgeschichte", die auf DAZN exklusiv ausgestrahlt wird, gestattet Götze erstmals einen Blick hinter die Kulissen.

Götze-Doku: Veröffentlichung der Folgen auf DAZN

  • 1. Folge: "Jahrhunderttalent" am 9. Juni 2018, 19 Uhr
  • 2. Folge: "Meisterjahre" am 10. Juni 2018, 19 Uhr
  • 3. Folge: "Jenseits von Dortmund" am 11. Juni 2018, 19 Uhr
  • 4. Folge:  "Fluch der guten Taten" am 12. Juni 2018, 19 Uhr