Mario Barth wehrt sich gegen Populismus-Vorwürfe

Mario Barth wehrt sich gegen Populismus-Vorwürfe

Mario Barth ist nicht unbedingt für seinen tiefgründigen Humor bekannt, seine Fangemeinde liebt ihn für seine meist recht flachen Gags trotzdem. Oder gerade deswegen. Doch der Komiker hat ein Problem: Mit seinen Pointen spricht er in letzter Zeit vermehrt ein rechtspopulistisches Publikum an. Kollegen wie Michael Mittermeier machten ihm dies bereits zum Vorwurf. Nun hat sich Barth in einem Interview gegen diese Anschuldigungen zur Wehr gesetzt.

"Mein Urgroßvater mütterlicherseits war Jude und ist im KZ von den Nazis ermordet worden. Mein Großvater galt als sogenannter Halbjude und musste aus dem Land fliehen. Ich verachte alles Rechte und Rassistische. Ich weiß, was solche Leute anrichten. Meine Familie hat unter den Nazis gelitten", offenbarte Mario Barth dem "Stern".

Das Interview mit dem Nachrichtenmagazin hatte vor allem einen Zweck: Der 44-Jährige möchte mit Vorwürfen aufräumen, er stehe populistischen Parteien wie der AfD nah. "Ich habe keinerlei Nähe zur AfD. Keine. Ich hoffe, dass das damit endgültig aus der Welt ist. Ich komme ja aus Kreuzberg. Mein Freundeskreis ist total multikulti. Türken, Polen, Juden", so der 44-Jährige.

Zuletzt war Mario Barth vermehrt wegen fragwürdiger Äußerungen in die Kritik geraten. So hatte er in einem Video aus dem Trump-Tower die Proteste gegen den damals neugewählten Präsidenten Donald Trump als Medienlüge hingestellt. Wenig später fanden die Demonstrationen jedoch statt. "Ich wollte einen Gag machen, und der ist in die Hose gegangen", kommentiert der Comedian seinen Fehltritt im "Stern".

Schon nach dem Amoklauf von München war Barth durch merkwürdige Äußerungen aufgefallen. So vertrat er auf Facebook die Ansicht, dass es kaum noch salonfähig sei, seine Meinung kundzutun ohne als "Angstverbreiter", "Hetzer" oder "Nazi" zu gelten. Bei dem rassistisch motiviertem Anschlag waren am 22. Juli 2016 neun Menschen ums Leben gekommen. Komiker Michael Mittermeier hatte seinem Kollegen daraufhin vorgeworfen, ein "Best-of an Bürgerfloskeln" zu verbreiten, um am "billigen Rand" Fans zu gewinnen.