Marine-Konzern: U-Boot-Deal aus politischen Gründen gescheitert

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PARIS (dpa-AFX) - Der Chef des französischen Marine-Konzerns Naval Group, Pierre Éric Pommellet, führt das Scheitern des U-Boot-Geschäfts mit Australien auf politische und nicht sachliche Entscheidungen zurück. Frankreich sei ebenso gut wie die USA und Großbritannien in der Lage zur Lieferung nuklear angetriebener U-Boote an Australien, sagte der Naval-Chef der Zeitung "Le Figaro" (Donnerstag). Als einziges Unternehmen der Welt verfüge man über das Know-how, um sowohl konventionelle als auch Atom-U-Boote herzustellen. Die nach Aufkündigung des Vertrags verbleibenden Kosten, die Australien an Naval zu zahlen hat, würden in den kommenden Wochen zusammengestellt.

Wie es aus dem Verteidigungsministerium in Paris geheißen hatte, sind im Zuge des Auftrags bereits rund 900 Millionen Euro gezahlt worden. Insgesamt hatte das über mehrere Jahrzehnte laufende Projekt ein Volumen von 56 Milliarden Euro, die aber nur teilweise in die Kasse von Naval geflossen wären.

Pommellet sagte der Zeitung weiter, das Unternehmen habe keinerlei Vorwarnung erhalten, dass Australien sich zugunsten nuklear angetriebener U-Boote mit amerikanischer und britischer Unterstützung umentscheidet. Im Gegenteil, am Tag der Bekanntgabe der neuen Sicherheitsallianz habe es zunächst aus Australien noch grünes Licht für einen Etappenbericht und die nächste Stufe des U-Boot-Projekts gegeben. Später am Tag habe das australische Verteidigungsministerium dann das Aus für das Projekt verkündet.

Der Verlust des Auftrags sei ein Schlag, bedeute aber nicht den Untergang von Naval, sagte Pommellet der Zeitung "Le Figaro". Es gehe um zehn Prozent des laufenden Auftragsvolumens, das im Übrigen aus Bestellungen der französischen Marine sowie Aufträgen aus Indien, Brasilien, Ägypten, Belgien und den Niederlanden bestehe.

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