Maria Furtwängler übers TV-Geschäft: "Es gibt Bereiche, die sind Männerdomänen geblieben"

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Mischt sich ein, wenn es um ihre Branche und andere gesellschaftliche Themen geht: Maria Furtwängler beim Deutschen Fernsehpreis 2021 im September in Köln. (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)
Mischt sich ein, wenn es um ihre Branche und andere gesellschaftliche Themen geht: Maria Furtwängler beim Deutschen Fernsehpreis 2021 im September in Köln. (Bild: 2021 Getty Images/Andreas Rentz)

Maria Furtwängler deckte mit ihrer Stiftung "MaLisa" 2017 Ungerechtigkeiten zwischen Männern und Frauen im deutschen Fernsehen auf. Seitdem hat sich einiges getan. Indes klemmt es mit der Geschlechtergerechtigkeit nun gerade dort, wo sie relativ einfach umzusetzen wäre.

Mit ihrer Schwester Elisabeth setzt sich Schauspielerin Maria Furtwängler in der 2016 gemeinsam gegründeten Stiftung MaLisa für eine freie, gleichberechtigte und gewaltfreie Gesellschaft ein. Besondere Aufmerksamkeit verschaffte den Schwestern eine Studie, die mit Fokus auf die TV-Landschaft eine starke Benachteiligung von Frauen vor und hinter der Kamera offenlegte.

Anlässlich ihres ersten selbst produzierten Charlotte-Lindholm-Krimis "Tatort: Alles kommt zurück", der am Zweiten Weihnachts-Feiertag läuft (Sonntag, 26. Dezember, 20.15 Uhr, Das Erste), gab die 55-Jährige jetzt ein Update zur Situation von Frauen im Fernsehen, die vor einigen Jahren noch eklatant weniger Screentime, Geschichten und auch Bezahlung vor und hinter der Kamera erhielten.

Am Zweiten Weihnachtsfeiertag "schenken" Maria Furtwängler und Musiklegende Udo Lindenberg dem "Tatort"-Publikum einen besonderen Kriminalfall. Der "Tatort: Alles kommt zurück" spielt im Hamburger Hotel Atlantic, wo der Musiker seit 1995 wohnt. (Bild: NDR / Frizzi Kurkhaus)
Am Zweiten Weihnachtsfeiertag "schenken" Maria Furtwängler und Musiklegende Udo Lindenberg dem "Tatort"-Publikum einen besonderen Kriminalfall. Der "Tatort: Alles kommt zurück" spielt im Hamburger Hotel Atlantic, wo der Musiker seit 1995 wohnt. (Bild: NDR / Frizzi Kurkhaus)

"Nach wie vor erklären uns mehrheitlich Männer die Welt"

"Ganz toll ist, dass sich in der Fiktion der Anteil männlicher und weiblicher Hauptfiguren annähert", erklärte Maria Furtwängler im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. "Das heißt, Frauen sind jetzt häufiger in Hauptrollen zu sehen, und sie dürfen auch etwas älter sein als zuvor. Es hat uns überrascht, dass gerade dort die größte Veränderung zu sehen war, weil uns die Sendervertreter zuvor noch klargemacht hatten, dass es in der Fiktion länger dauern würde, bis sich Veränderungen bemerkbar machen. Weil der Weg von der kreativen Idee bis zum fertigen Film auch gerne mal mehr als zwei oder drei Jahre dauert."

Viel zu tun, so Furtwängler, sei jedoch weiterhin. "Es gibt Bereiche, die sind Männerdomänen geblieben. Vor allem bei Experten und Expertinnen. Nach wie vor erklären uns mehrheitlich Männer die Welt. Oder wenn es eine Erklärstimme im Hintergrund gibt, ist diese immer noch zu 80 Prozent männlich. Da sind die Sender gefordert, mehr kompetente Frauen zu finden und sichtbarer zu machen. Expertinnen oder Experten zu einem Thema werden ja stets sehr aktuell eingeladen. Da bedarf es eigentlich keines Entwicklungsvorlaufs."

Produzentin und Hauptdarstellerin Maria Furtwängler hat im Hamburger Hotel Atlantic einen Udo Lindenberg-"Tatort" gedreht. Am Sonntag, 26. Dezember (20.15 Uhr, Das Erste), ist der Film zu sehen. Unter der Regie Detlev Bucks findet im Hotel ein "Udo Lindenberg-Ähnlichkeits-Wettbewerb" statt.

 (Bild: NDR / Frizzi Kurkhaus)
Produzentin und Hauptdarstellerin Maria Furtwängler hat im Hamburger Hotel Atlantic einen Udo Lindenberg-"Tatort" gedreht. Am Sonntag, 26. Dezember (20.15 Uhr, Das Erste), ist der Film zu sehen. Unter der Regie Detlev Bucks findet im Hotel ein "Udo Lindenberg-Ähnlichkeits-Wettbewerb" statt. (Bild: NDR / Frizzi Kurkhaus)
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