Mann rast mit Auto in Soldatengruppe

Der Eingang der Kaserne von Varces-Allières-et-Risset

Ein Mann ist in der französischen Alpenregion mit einem Auto in eine Soldatengruppe gerast. Verletzte gab es bei dem Vorfall südlich von Grenoble jedoch nicht, da die Armeeangehörigen ausweichen konnten, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Ein Verdächtiger sowie die Halterin des Wagens wurden festgenommen. Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund gab es zunächst nicht.

Der Vorfall ereignete sich nahe der Kaserne von Varces-Allières-et-Risset südlich von Grenoble. Dort habe der Fahrer am Donnerstagmorgen versucht, mehrere joggende Soldaten umzufahren, und sei dann mit seinem Auto geflohen, teilte die Polizei mit. Zuvor habe er andere Militärangehörige beschimpft.

Wenige Stunden später nahm die Polizei in Grenoble einen Verdächtigen fest. Ob es sich um den Fahrer des Wagens handelt, war noch unklar. Auch die Halterin des Pkw wurde festgenommen. Die Ermittler untersuchen, ob es sich bei ihr um die Frau handelt, die während der Tat in dem Auto gesessen haben soll.

Die Staatsanwaltschaft eröffnete Ermittlungen wegen versuchten Totschlags. "Es scheint als ob er (der Täter) einen tiefen Groll gegen Militärangehörige hegte", hieß es in der Erklärung der Justiz. Die für den Kampf gegen den Terrorismus zuständige Staatsanwaltschaft in Paris wurde nicht eingeschaltet.

Die Attacke ereignete sich fast eine Woche nach den islamistischen Attacken in Südfrankreich mit insgesamt vier Toten. Der Täter hatte sich zur Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Die Angriffe weckten Erinnerungen an die anderen islamistischen Anschläge in Frankreich, bei denen seit Anfang 2015 mehr als 240 Menschen getötet wurden. Dabei wurden Soldaten und Polizisten immer wieder zum Ziel.