Dieser Mann ist jetzt noch wichtiger als Tom Brady

Nadine Münch, Eric Böhm
Danny Amendola markierte den entscheidenden Touchdown beim Sieg gegen die Jaguars

Spätestens seit dem Sieg gegen die Jacksonville Jaguars im AFC Championship Game hat der Erfolg bei den New England Patriots einen Namen.

Und dieser lautet: Danny Amendola. Sehr richtig, Amendola. Nicht Brady. Ohne ihn wäre der Champion trotz seines Star-Quarterbacks Tom Brady längst aus dem Rennen um die NFL-Krone ausgeschieden.

Dass das vorzeitige Scheitern weder gegen die Tennessee Titans noch gegen die Jaguars erfolgte, haben die Pats ihrem Wide Receiver Amendola zu verdanken. (Der Super Bowl in der Nacht zum Montag ab 0.30 Uhr im LIVETICKER)

Amendola ist "Mr. Playoffs"

Dieser läuft - zum Glück für die Patriots - in den wichtigen Momenten zur Höchstform auf. Amendolas Spitzname "Playoffs" kommt also nicht von ungefähr.

Amendolas Highlights gegen die Jaguars im Video:


Das AFC Championship Game ist ein Musterbeispiel für seine Nervenstärke: Gegen die Jaguars konnte Bradys Lieblings-Anlaufstelle, Tight End Rob Gronkowski, nach einer Kopfverletzung im zweiten Viertel nicht mehr weitermachen.

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Zwar wurden die Jags im Zuge dieses Drives noch mit einem Touchdown bestraft, doch "Gronk" kam nach dem Hit von Barry Church auf das Concussion Protocol und kehrte nicht ins Spiel zurück. Seinen Job übernahm Amendola - und erledigte ihn mit Bravour.


Er fing sieben Pässe für 84 Yards und markierte dazu den spielentscheidenden Touchdown zum Einzug in den Super Bowl: Knapp drei Minuten vor dem Ende lag der Champion mit 17:20 zurück, dann schlug Amendola zu. Am Rande der Endzone fing er auf artistische Weise den 4-Yards-Pass von Brady zur 23:20-Führung. Der Rest ist bekannt.

Patriots-Rekord gegen Titans

Dass der Wide Receiver in so einem wichtigen Spiel zur Höchstform aufläuft, ist keine einmalige Sache. Es scheint, als spiele der 32-Jährige jedes Mal auf einem überirdischen Niveau, sobald es für sein Team um Alles oder Nichts geht.

Schon in der Divisional Round gegen die Tennessee Titans fing er elf von 13 Pässen für insgesamt 112 Yards. So viele hatte vor ihm bei den Patriots niemand in einem Divisional-Round-Game gefangen.

"Er blüht unter Druck auf. Er weiß, dass das Team ihn braucht und tut, was er tun muss", sagt Ex-Patriots-Spieler Sebastian Vollmer bei SPORT1 über seinen ehemaligen Teamkollegen: "Das stärkt auch das Vertrauen von Tom in ihn. Wenn er weiß, dass Danny ihn fängt, dann wirft er den Ball noch öfter zu ihm."


Insgesamt bestritt Amendola bislang elf Playoff-Partien für die Patriots und brachte es dabei auf 42 gefangene Pässe für 473 Yards sowie vier Touchdowns. Er ist der Mann für die wichtigen Spiele.

Glänzt Amendola auch im Super Bowl?

Schon am College, wo er bei Texas Tech spielte, war Amendola in den schwierigsten Situationen zur Stelle.

"Wenn es eng wurde, war Danny dein Mann. Du wusstest, dass er das Play für dich machen würde, dass er genau da sein würde, wo du ihn erwartest", sagt sein ehemaliger College-Quarterback Graham Harrell über ihn: "Er ist nicht der Größte von allen, aber er ist einer der zähesten und härtesten Spieler, mit denen ich jemals zusammengespielt habe."

Zu seinen Anfangszeiten bei den Patriots stand Amendola meist im Schatten von Julian Edelman, da beide dieselbe Position spielen. Doch gerade in dieser Saison -  nach Edelmans schwerer Verletzung - ist auf ihn Verlass.


"Er hat wahnsinnig sichere Hände und gehört zu diesen flinken, kleineren Typen, die Veränderungen in ihrem Laufstil vornehmen und auch mal links oder rechts anstatt nur nach vorne laufen können. Das passt in das System der Patriots", erklärt Vollmer.

Amendola selbst hat allerdings kein richtiges Erfolgsrezept: "Was dazu gehört? Vorbereitung, Umstände, Chancen, Bereitschaft und Furchtlosigkeit. Man geht einfach raus und erledigt seinen Job."

Wenn er den auch im anstehenden Super Bowl LII erledigt, kann er einen großen Teil dazu beitragen, dass die Patriots als erstes Team in der Geschichte zum zweiten Mal die NFL-Krone verteidigen.