Mann muss nach Blendung von Polizeihubschrauber 18 Monate in Haft

Ein junger Mann muss wegen der Blendung eines Polizeihubschraubers mit einem Laserpointer eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verurteilte den Angeklagten Jonathan M. einer Sprecherin zufolge am Mittwoch zu 18 Monaten Haft ohne Bewährung. Er wurde des versuchten gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr und der versuchten gefährlichen Körperverletzung für schuldig befunden.

Der 22-Jährige hatte in der Nacht zum 17. Juni einen Laserpointer auf einen mit drei Polizisten besetzten Hubschrauber gerichtet. Die Maschine vom Typ Eurocopter EC 135 zeichnete mit einer Videokamera gewaltsame Zusammenstöße in der Rigaer Straße zwischen linksautonomen Aktivisten und der Polizei auf. Laut Anklage wollte der Beschuldigte den Einsatz stören. Dabei habe er bewusst billigend in Kauf genommen, dass der Hubschrauber über dicht besiedeltem Gebiet abstürzen könnte.

Laut Anklage richtete Jonathan M. den Laserpointer 55 Sekunden lang auf den Hubschrauber. Die Insassen hätten sich mit Nachtsichtbrillen vor dem Lichtstrahl geschützt oder umgesetzt. Die Rigaer Straße im Stadtteil Friedrichshain ist wegen der dortigen Hausbesetzerszene regelmäßig Schauplatz von Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Linksextremen.