Dieser Mann hat mit 25 seinen eigenen Fonds gegründet — das rät er jungen Anlegern

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Fondsmanager Felix Eisel
Fondsmanager Felix Eisel

Er wollte maximale Freiheit im Arbeitsleben haben und Millionensummen in Unternehmen investieren, die er persönlich für ethisch korrekt hält. Deswegen gründete er im Alter von nur 25 Jahren, seine eigene Investmentfirma, „Conduction Capital“, in Frankfurt.

Heute verwaltet Felix Eisel rund 11 Millionen Euro, macht eine jährliche Rendite von rund 10 Prozent und kämpft mit seiner „etwas rebellischen Art“, wie er im Gespräch mit Business Insider sagt, gegen die „großen Bankentürme“ an.

Eisel studierte an der Universität Mannheim Betriebswirtschaftslehre und gehörte anfangs zu den Menschen, die „nicht genau wissen, was sie so machen sollen.“ Während seines Auslandssemesters in Montreal hatte es aber in einem Finance-Kurs „Klick“ gemacht. Ihm wurde klar: Ich will Investor sein.

Nach dem Bachelor-Abschluss arbeitete er drei Jahre in einem Private-Equity-Unternehmen in Frankfurt, wusste aber schon damals, dass er die erste Möglichkeit, sich selbstständig zu machen, nutzen würde. Im Jahr 2017 gründete er dann zusammen mit seinem Partner Alex Nieberding, einem Private Equity Veteranen, die „Conduction Capital“. Deren Hauptprodukt: der „pro-europäische Fonds für Menschen der Generation X bis Z“ – der „CCA European Opportunities UI“.

Als Veganer investiert er nicht in die Fleischindustrie

Bei der Auswahl der Unternehmensaktien für seinen Fonds ist Eisel vor allem seine persönliche Sicht auf das Leben wichtig. Zum Beispiel ernährt er sich seit sieben Jahren vegan, wodurch Unternehmen aus der Fleischindustrie nicht in seinem Portfolio zu finden sind.

„Ich habe mir auch noch nie ein Auto gekauft, das heißt ich investiere auch nicht in Verbrennungsmotoren und Erdölförderungen. Ich bin auch ein sehr überzeugter Pazifist. Das heißt militärische Ausrüstung wird auch nicht in mein Portfolio kommen“, so Eisel.

Das hieße aber nicht, dass der Aktien-Experte Nachhaltigkeit als „oberste Priorität“ für seinen Fonds sehe, aber er hat „persönliche und ethische Werte“, nach denen er auch investiert. „Mein Portfolio ist so, wie ich als Person bin. Ich lebe dieses Produkt jeden Tag.“

Nicht so wie die üblichen Fondsmanager, wie er findet: „Ich ticke beim Investieren anders, sehe mich etwas als Außenseiter und nicht als klischeebehafteten Fondsmanager“, sagt Eisel zu Business Insider.

Zudem investiert der 29-jährige Börsen-Profi nur in europäische Unternehmen – „aus Überzeugung“. „Ich will gegen das Vorurteil ankämpfen, dass alle guten Unternehmen in Asien oder Amerika sitzen. Es gibt auch viele coole Unternehmen in Europa. Und dafür stehe ich mit meinem Portfolio ein.“

Zu den Unternehmen, die in seinem Fonds zu finden sind, zählen unter anderem die Münchner Online-Plattform für Haustierbedarf, Zooplus, der englische Online-Weinhändler Naked Wines oder auch das deutsche Traditionsunternehmen im Schienen-Bereich, Vossloh.

Auf Trends versucht der Fondsmanager nicht zu achten

Neben seinen persönlichen Kriterien ist ihm die Beurteilung der Unternehmen nach Qualitätskriterien sehr wichtig. Das bedeutet, dass er Firmen auswählt, die eine Marktposition haben, die sie ziemlich lange überleben lässt.

„Ich achte dabei nicht so sehr darauf, wie jetzt der aktuelle Trend ist, ob jetzt alle Wasserstoff-Aktien kaufen wollen oder in erneuerbare Energien investieren. Sondern ich achte darauf, dass der Unternehmensgewinn auf lange Sicht erwirtschaftet werden kann.“

Bereits ab einem Betrag von 100 Euro kann in den Fonds investiert werden, die Gebühren liegen aktuell noch bei 1,6 Prozent im Jahr. Vergleichsweise hoch, denn typische Kosten für Investmentfonds liegen etwa zwischen 0,50 und 2,00 Prozent. Zum Vergleich: Für den MSCI World, dem ETF, welcher 1600 Unternehmen aus den 23 führenden Industrienationen abbildet, fallen durchschnittlich etwa 0,10 bis 0,40 Prozent Gebühren pro Jahr an. Die jährliche Rendite liegt dabei bei 7 Prozent, etwas weniger als bei Eisels Fonds.

Investieren sollte für jüngere Menschen „alltäglicher sein“

In einen MSCI World zu investieren sei „besser, als nichts zu machen“, sagt Eisel. Doch diesen Fonds sieht der Börsen-Kenner auch kritisch: „In einem MSCI World hat man natürlich ein erhebliches Übergewicht von amerikanischen Tech-Unternehmen und das ist ein Risikofaktor, der in den letzten Jahren kein Problem war. Aber große Unternehmen, wie Amazon und Co, auch wenn sie heute sehr sicher erscheinen mögen, können auch irgendwann zu Fall kommen. Es sollte daher nicht das einzige Investment sein.“ Eisel empfiehlt deswegen auch in andere Länderindizes zu investieren.

Fragt man den Fondsmanager nach der nachhaltigeren Variante des MSCI World, dem MSCI World ESG, muss Eisel schmunzeln. „Wenn man sich beispielsweise die Unternehmen anschaut, da sind auch Ölkonzerne und Lackhersteller drin - das ist nicht ganz nachhaltig. Man muss einfach akzeptieren, dass man da nicht die perfekte, saubere Öko-Version trifft. Ich habe noch keinen Nachhaltigkeits-ETF gesehen, wo ich sagen kann: Ja, da kann ich drunter unterschreiben, das passt zu 100 Prozent.“

Dennoch rät Eisel jüngeren Menschen sich so „früh wie möglich“ mit Aktien, ETFs und anderen Geldanlagen zu beschäftigen, um langfristig Vermögen aufzubauen. Denn „investieren sollte alltäglicher sein“. Und mit seinem Fonds, der vor allem Millennials ansprechen soll, will er genau das schaffen.

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