Mangelernährung bei armen Kindern: So dramatisch ist die Lage in Deutschland

Franziska Kiefl
Betroffene Kinder können in einen Teufelskreis der Armut rutschen.
  • Für die Ernährung von Kindern in Hartz-IV-Familien sind unter drei Euro pro Tag vorgesehen
  • Forscher glauben gesunde Ernährung ist damit unmöglich

2,77 Euro zahlt so manche Mutter in Deutschland für einen veganen Müsliriegel aus dem Bioladen. 2,77 Euro ist auch der Betrag, der einer Mutter, die Hartz IV bezieht, pro Tag für die Ernährung ihres Kindes zu Verfügung steht.

Damit soll sie ihr Kind gesund, nährstoffreich und vollwertig ernähren.

Unmöglich, sagen jetzt Ernährungswissenschaftler der Fachgesellschaft Society of Nutrition and Food Science (SNFS) mit Sitz an der Universität Hohenheim in Stuttgart.

In der Realität seien mindestens vier Euro nötig, um eine gesunde Ernährung für Kinder unter 6 Jahren zu gewährleisten. Ist das Geld nicht da, droht den Kindern Mangelernährung. Und ein “fataler Kreislauf der Armut”.

1,8 Millionen Kinder sind von Armut bedroht

In einem reichen Land wie Deutschland ist es kaum vorstellbar, dass Mangelernährung zum Problem wird. Doch für Millionen Kinder könnte genau das bittere Realität sein.

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1,8 Millionen sind nachweislich von Armut bedroht. 2,5 Millionen deutsche Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben in einer Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft – und bekommen vom Staat weniger als drei Euro pro Tag für Lebensmittel gestellt.

Damit wird ein Kind zwar satt, aber eine abwechslungsreiche Ernährung ist nicht drin.

Und genau die brauchen Kinder, um sich normal entwickeln zu können, so die Experten. Genug Obst und Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Eier, sollten dafür auf dem Speiseplan stehen – ergänzt durch sättigende Beilagen wie Kartoffeln, Reis und Nudeln.

Ist eine Mutter gezwungen, günstig einzukaufen, kann das nicht mehr geleistet werden.

Übergewicht bei unzureichender Versorgung mit Nährstoffen

Die Sättigungsbeilage werde dann zur Hauptmahlzeit – und fettes Schweinefleisch...

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