Was, wenn man zu viel Bargeld rumliegen hat?

Motley Fool Investmentanalyst

Im Februar lag eine Studie vor, die besagte, dass mehr als die Hälfte der Erwachsenen in den USA nicht über die erforderlichen Mittel verfügen, um die Lebenshaltungskosten für sechs Monate zu decken. Aber was, wenn man diesen Notfallfonds eingerichtet hat? Was macht man mit dem Geld, das darüber hinaus geht?

Es ist nichts falsch daran, Bargeld zur Verfügung zu haben, das nicht nur für Notfälle vorgesehen ist. Tatsächlich ist es sogar intelligent, etwas Bargeld im Brokeragekonto zu halten, damit man nichts von einer anderen Position verkaufen muss, wenn sich eine interessante Gelegenheit zum Kauf auftut.

Aber den neuen Daten von NerdWallet zufolge gibt es dann doch so etwas wie zu viel Bargeld. Und Amerikaner können Opfer dieses Fehlers werden. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Erwachsene in den USA derzeit durchschnittlich 32.286 Dollar in bar halten. Und das ist ein ziemlich viel Geld, das nichts tut.

Das Schöne an Bargeld

Warum bloß schätzen so viele Amerikaner Bargeld? Für viele ist es der Faktor Sicherheit. Im Gegensatz zu Aktien und Anleihen, die ein Investitionsrisiko bergen, riskiert man nicht den Verlust des Kapitals, wenn man das Geld in bar hält. Und das allein veranlasst viele Erwachsene in den USA, Sicherheit einer Rendite den Vorzug zu geben.

Es wird geschätzt, dass 39 % der Amerikaner derzeit nicht investieren. Davon geben 32 % an, dass sie ihr Geld in bar aufbewahren, um leichteren Zugang zu haben. Unterdessen schätzen 28 % Bargeld, weil sie nicht wissen, wie sie investieren sollen.

Das Problem mit zu viel Bargeld ist jedoch, dass man damit kein Geld verdient. Im Moment erhält man 1% Zinsen von einem Sparkonto, wenn man Glück hat. Mit Aktien geht da wesentlich mehr. Und obwohl das in einem Zeitraum von beispielsweise einem Jahr keinen großen Unterschied macht, könnte es auf lange Sicht einen großen Unterschied machen.

Beispiel: Man hat also diese 32.286 Dollar in bar. Seien wir mal optimistisch und nehmen an, dass die Zinssätze für Sparkonten im Laufe der Zeit steigen, so dass man in den kommenden 30 Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von 2 % erzielt. Nach 30 Jahren hat man etwas über 58.000 Dollar raus.

Aber wenn wir die 32.286 Dollar stattdessen in Aktien investiert? Der historische Durchschnitt der Börse liegt bei etwa 9 %, aber seien wir mal pessimistisch und gehen davon aus, dass wir nicht ganz soviel bekommen. Nehmen wir stattdessen mal eine jährliche Rendite von 7 % an, dann hat man nach 30 Jahren 245.769 Dollar. Das ist ein Unterschied von 187.288 Dollar. Klingt gut? Klingt auf jeden Fall besser, als sein Geld renditenlos in Bar rumliegen zu haben.

Erste Schritte ins Investieren

Ein Grund, warum so viele Leute es vorziehen, ihr Geld in bar zu halten, ist, dass sie einfach nicht sicher sind, wie sie es investieren sollen. Und auch wenn es Leitfäden für Anfänger gibt, wie man mit Aktien anfängt, muss man dann doch noch sehr viel lernen und sich aneignen, wenn man einzelne Unternehmen kaufen will.

Darum sind Indexfonds eine gute Möglichkeit für all jene, die nicht ganz so viel Ahnung haben. Indexfonds verfolgen einfach bestehende Indizes, so dass man, wenn der Markt steigt, ein Stück davon abbekommt. Zum Beispiel der Vanguard S&P 500 ETF (WKN:A1JX53). Dieser Fonds investiert in die 500 Unternehmen, die den berühmten S&P 500-Index bilden, so dass man beim Kauf von Aktien dieses Fonds eine sofortige Diversifizierung Ihres Portfolios hat.

Natürlich gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, mit denen man herumspielen kann, aber wenn man noch ziemlich jung ist und einen Investitionshorizont von mindestens 10 Jahren hat, kann man an der Börse auf jeden Fall was reißen. Und auch wenn Investieren risikoreicher ist als Geld einfach herumliegen zu lassen, kann es sich am Ende doch sehr lohnen.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Maurie Backman erschien am 21.7.2018 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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