Kann man in der Rente wirklich noch Aktien kaufen?

Ralf Hendriks, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

Die Antwort auf die Frage in der Überschrift: Natürlich ? gerade in der Rente gibt es gute Gründe, in Aktien zu investieren.

Rentner werden nicht arbeitslos

Wenn du im Berufsleben stehst, vielleicht eine Familie gegründet, vielleicht ein Haus gekauft und dafür vielleicht einen Kredit aufgenommen hast, gibt es immer eine große Sorge: Die Arbeit und das Einkommen zu verlieren. Die monatlichen Kosten sind dann hoch und es kann langwierig sein, eine neue Arbeit zu finden.

Wenn in einer solchen Situation ein großer Teil deines gesparten Geldes schon in Aktien steckt, dann könntest du eventuell gezwungen sein, zu sehr ungünstigen Kursen zu verkaufen. Eine gewisse Bargeldreserve ist also in jüngeren Jahren durchaus empfehlenswert.

Wenn du dagegen die Rente schon ?durch? hast, sieht es anders aus. Das kleine oder vielleicht mittlere Vermögen, das du angespart hast, muss das Risiko der Arbeitslosigkeit nicht mehr abdecken. Spätestens seit Norbert Blüm wissen wir ja: ?Die Rente ist sicher!?.

Nicht, dass du mich falsch verstehst, ich halte es bei jeder Investition für wichtig, eine substantielle Bargeldreserve zurückzubehalten, um auch bei fallenden Kursen handlungsfähig zu bleiben. Aber als Rentner hat man eben doch ein gesichertes Grundeinkommen und oft auch keine allzu großen finanziellen Verpflichtungen mehr, es steht also einfach mehr ?freies? Kapital zur Verfügung.

Rentner haben Zeit

?Zeit haben? meine ich hier in einem doppelten Sinne.

Der erste Aspekt ist der Zeithorizont für Investitionen. Bei den Fools verfolgen wir einen langfristigen Investmentansatz, typischerweise über fünf und mehr Jahre. Macht das für Rentner überhaupt noch Sinn? Durchaus, denn die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt derzeit bei Männern (die zwischen 2013 und 2015 65 Jahre alt wurden) knapp 83 Jahre. Bei Frauen sind es sogar fast 86 Jahre.

Rein statistisch gesehen kannst du also, selbst als Mann, noch über 15 Jahre nach dem regulären Renteneintritt deinen Ruhestand und die Früchte deiner Investitionen genießen.

Der zweite Aspekt ist die Freizeit. Wer nicht mehr arbeitet, der hat Zeit sich anderen Dingen zu widmen. Wenn du einen Teil dieser Zeit nutzt, gute Unternehmen zu suchen, zu analysieren und ein solides Aktienportfolio aufzubauen, dann kann das nicht nur einträglich sein, sondern auch viel Spaß machen!

Ein bisschen Luxus schadet nicht

Mit Beginn der Rente verringert sich das Einkommen, aber nicht unbedingt der Anspruch an den Lebensstandard. Oft ist sogar das Gegenteil der Fall, man hat ja jetzt Zeit und warum soll man sich nicht nochmal was gönnen?

Wenn du nicht gerade eine Million Euro auf der hohen Kante hast, können Dividendenzahlungen höchstwahrscheinlich nur einen kleinen Beitrag leisten, diese Diskrepanz etwas zu verringern.

Aber gerade in einem gut diversifizierten Portfolio werden (hoffentlich) immer mal wieder bestimmte Aktien, oder auch ganze Branchen, deutlich besser abschneiden als andere.

Von Börsenlegende Peter Lynch stammt zwar die (auf Aktiendepots bezogene) Empfehlung ?die Blumen zu gießen und das Unkraut zu vernichten?. Ich denke aber trotzdem, dass man, gerade als Rentner, auch hin und wieder ein paar ?Blumen pflücken? kann, um sich den Ruhestand finanziell angenehm zu gestalten.

Fazit

Alles schön und gut, aber welche Aktien soll ich kaufen?

Letztendlich ist und bleibt das deine Entscheidung. Aber wenn du Zeit und Lust hast, dich zu informieren, wäre der Motley Fool DAX-Report vielleicht ein guter Anfang.

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