Wenn man die Rekorde nicht mehr zählen kann


Wenn man auf die Kurstafeln in den Handelssälen der Wall Street schaut, könnte man meinen, dass die Anleger so langsam müde sind von den vielen Siegen, die sie davontragen. Nach einer Rally, die – nicht allzu großzügig ausgelegt – seit mehr als einem Jahr anhält, sind Rekordhöhen und Bestmarken zum Regelfall geworden.

Man fühlt sich erinnert an eine Aussage, mit der US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf um sein jetzt innehabendes Amt für Furore gesorgt hat. Seinen Unterstützern hatte er auf einer Versammlung im Sommer 2016 zugerufen, dass sie mit ihm so oft gewinnen würden, dass ihnen letztlich langweilig davon werde. Während sich Trumps Wähler noch gedulden müssen mit der Erfüllung dieser Verheißungen, müsste bei den US-Anlegern doch mal die Gewinnmüdigkeit eintreten.


Und glaub man den Experten, dürfte es in nächster Zeit eher weiter raufgehen als runter. Denn mit der anlaufenden Berichtsaison steht ein dankbar angenommener Schwunggeber bereit, sollten die Unternehmensgewinne die Erwartungen erfüllen oder übertreffen. „Die Investoren bereiten sich auf die nächste Runde mit Firmenergebnissen vor. Das könnte den Markt weiter antreiben“, sagt etwa Andre Bakhos, Geschäftsführer der Fondsgesellschaft New Vines Capital.

Der Dienstag jedenfalls trug gleich mit dem Startsignal drei Rekorde in die historischen Kursbücher ein – für jeden Leitindex einen. Der Dow-Jones-Index kam kurz nach Frankfurter Handelsschluss auf ein Plus von 0,5 Prozent und einen Stand von 25.398 Punkten. Der breitere S & P 500 rückte 0,3 Prozent vor auf 2755 Zähler. Und die Technologiebörse Nasdaq legte 0,2 Prozent vor auf 7166 Punkten.


Im Blick standen die Aktien des Einzelhändlers Target, die 3,5 Prozent zulegten. Das Unternehmen gab ein Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft bekannt.

Der Kurs von GoPro sackte dagegen weitere 5,5 Prozent ab. Der Actionkamera-Hersteller hatte bereits zu Wochenbeginn die Anleger mit einem pessimistischeren Geschäftsausblick in die Flucht geschlagen.