MAN-Affäre: Aufsichtsrat beurlaubt Personalvorstand Martin Rabe, Ex-VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh soll übernehmen

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Bei dem angeschlagenen Lkw-Hersteller MAN überschlagen sich derzeit die Ereignisse. Wie Business Insider berichtete, hat eine Betriebsratsaffäre das VW-Tochterunternehmen erschüttert. Unter anderem soll MAN dem langjährigen Arbeitnehmerführer Athanasios Stimoniaris bis zu seinem plötzlichen Rücktritt vor wenigen Wochen fragwürdige Privilegien eingeräumt haben. Bereits Ende Juli stellte MAN eine führende Personalmanagerin frei, versiegelte ihr Büro.

Die Krise bei MAN hat nun auch in der Chefetage Konsequenzen. Wie Business Insider erfuhr, trennt sich das Unternehmen von Personalvorstand Martin Rabe. Einen entsprechenden Beschluss habe der Aufsichtsrat in dieser Woche gefasst, heißt es aus informierten Kreisen. Ein Sprecher erklärte auf Anfrage lediglich, dass Herr Rabe "seit wenigen Tagen im Urlaub" sei. Zu weiteren Fragen wollte er keine Stellung nehmen.

Eigentlich hatten viele Beobachter in den vergangenen Wochen mit einem zeitnahen Rauswurf des MAN-Chefs Andreas Tostmann gerechnet. Doch der im Unternehmen umstrittene Top-Manager darf offenbar vorerst seinen Sparkurs fortsetzen.

Für Rabe ist es das Ende einer fulminanten MAN-Karriere, in der er binnen neun Jahren zum Einkommensmillionär aufstieg. Ende 2012 begann er als Referent im Betriebsrat, wurde so ein enger Vertrauter des Arbeitnehmerführers Stimoniaris. Bereits 2015 wurde er Generalsekretär des Betriebsrats, anschließend Personalleiter, bevor er 2020 mit gerade einmal 39 Jahren in den Vorstand berufen wurde. "Rabes Beförderung war eine Art Geschenk für den Betriebsrat, damit der neue MAN-Chef Andreas Tostmann grünes Licht von den Arbeitnehmervertretern bekam", sagt ein MAN-Manager.

Bereits seit Wochen verbreiten Manager und Mitarbeiter im Unternehmen, dass Rabe überfordert mit seiner Rolle sei. Zudem habe er mit seinem einstigen Förderer Stimoniaris gebrochen. Wie Business Insider erfuhr, soll Rabe sogar bei den Compliance-Ermittlungen gegen den Betriebsratschef behilflich gewesen sein. Auf eine Anfrage reagierte Rabe nicht.

Ähnlich brisant wie die Trennung vom MAN-Personalvorstand dürfte aber auch die Nachfolgeregelung sein. Wie mit dem Vorgang beteiligte Personen sagen, soll künftig Bernd Osterloh die Aufgaben Rabes übernehmen. Erst vor wenigen Monaten sorgte Osterloh für Schlagzeilen, als der langjährige Gesamtbetriebsratsvorsitzende des Volkswagen-Konzerns auf die Arbeitgeberseite wechselte und Personalvorstand der VW-Holding Traton wurde. Auf Anfrage äußert sich Osterloh nicht zu seiner neuen Personalunion.

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