Mamas & Papas: Eine Typologie der lästigsten Urlaubsbekanntschaften

Manche Familien sind anstrengend lustig, andere quälend perfekt oder furchtbar anhänglich

Wir sind eine geduldige Familie. Jedes Jahr fahren wir wieder in die Ferien, obwohl wir dort auf andere Familien treffen, die sich oft merkwürdig verhalten. Manche sind anstrengend lustig, andere quälend perfekt oder furchtbar anhänglich. Der Urlaub lehrt: Ideal gibt es nicht, Macken haben alle. Die Frage ist lediglich, mit welchen man am besten leben kann. Eine kleine Auswahl:

Die Perfekten: Die Kinder stecken in Matrosenanzügen und Schleifchenkleidern, klimpern vor dem freiwilligen Zubettgehen Schumann auf dem Hotelflügel und sehen immer noch frisch gebügelt aus. Mutti lächelt beim Sonnenaufgangs-Yoga falten- und augenringfrei, Vati scheint direkt einer Werbung für Schweizer Uhren entsprungen. Alle formvollendet, kein Streit, stets lächelnde Höflichkeit. Wie geht das? Sind die gedopt? Einzige Erklärung: Es handelt sich um Schauspieler, die für eine ZDF-Vorabendserie proben.

Die Lustigen: Papa heißt "Balu", Mama "McGonagall", die Kinder "Pippilotta" und "Michel". Sie nennen Milch "Mili", Joghurt "Jogi" und sagen "Mafiatorte" zur Pizza. Das Auto ist mit Blumen beklebt, auf den T-Shirts der Kinder steht wahrheitsgemäß "Zicke" und "Nervzwerg". Ich ahne, dass sie mich "Spaßbremse" nennen, weil mich fortwährende Fröhlichkeit irritiert. Nie trug ich diesen Ehrentitel lieber.

Die Schweiger: Offenbar Mitglieder einer Sekte. Kein Wort, kein Blickkontakt, keinerlei Emotion. Haben wir denen was getan? Riechen wir streng? Ob sie im Streichelzoo den "Wachturm" verteilen? Immerhin ideal als ...

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