Mamas und Papas: Ein Kind macht die Wohnung plötzlich zum richtigen Haushalt

Judith Luig mit Tochter Fiona / Berliner Morgenpost

Seit ich ein Kind habe, gibt es sehr viel Neues in meinem Leben. Ich habe zum Beispiel angefangen in Halbsätzen zu reden. Ein Satz beginnt einigermaßen vernünftig, hängt eine Sekunde in der Luft, um dann irgendwo im Nichts zu verschwinden. Denn in dem Moment, in dem ich ihn eigentlich zu Ende sprechen wollte, springt das Kind gerade vom Sofa, hält einen vorbeikommenden Hund zwecks näherer Inspektion am Schwanz fest oder schmiert einen gut eingesabberten Keks in die neue Sofagarnitur der Freundin, bei der man zu Besuch ist.

Das für mich überraschend Neueste am Leben mit Kind ist das Chaos. Nicht das sprachliche, sondern das konkrete. Das, was aus halben Apfelmusgläsern, halbierten Sockenpaaren und Spielzeugbestandteilen besteht und das bereits da ist, wenn ich aufwache und wieder da ist, wenn ich schlafen gehe, obwohl ich mich einen Tag lang damit beschäftigt habe, es zu bekämpfen.

Jahrelang hatte ich eine Wohnung. Eine Wohnung ist mal mehr oder weniger ordentlich. Man kann sie aufräumen oder putzen, dann sieht sie besser aus. Für eine Wohnung kann man sich eine Putzfrau nehmen. Aber seit ich ein Kind habe, habe ich leider keine Wohnung mehr, die ich einer Putzfrau überlassen könnte. Jetzt habe ich einen Haushalt.

Der Haushalt ist ein ewiger Teufelskreis

Ein Haushalt ist der objektgewordene Teufelskreis. Ich räume die Spülmaschine aus und sofort wieder ein, ich sammele alle Murmeln aus allen Zimmern, auch die unter Sofa und Regal zusammen und werfe sie in das große Murmelglas, um ...

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