Mamas & Papas: Freunde? Ah, ja, da war was!

Judith Luig mit Tochter Fiona

Am Sonntag wollten wir uns mal wieder treffen. Wir vier, am Nachmittag zu einer Ausstellung in einer Villa außerhalb der Stadt. Wir haben das seit Ewigkeiten nicht mehr gemacht. Das letzte Mal war im April, da schubste der Sohn von Antonia meine Tochter so nachhaltig, dass sie den ganzen Nachmittag nur noch auf meinem Schoß verbrachte, Katinka hatte Krach mit einem der Väter und war noch schlechter gelaunt als die geschubste Fiona, und Anja musste früher weg, weil sie im neunten Monat schwanger war und nicht mehr sitzen konnte. Wir freuten uns also auf diesen Sonntag, da würde alles besser werden.

Am Sonnabendabend sagte Katinka ab. Ihre Kinder waren bei den Vätern und dieser nicht ganz uninteressante Typ von OkCupid habe nun doch spontan Zeit für ein Date. Antonia schrieb um halb drei, sie käme etwas später, weil sie Theodor doch noch (aber eben später) zu einem Mittagsschlaf hätte überzeugen können, er wäre sonst unerträglich. Das passte mir allerdings sehr gut, denn ich hatte irgendwie verdrängt, dass man mit einem Kind, das gerade laufen gelernt hat, für jeden Weg doppelt so lange braucht. Als ich eine halbe Stunde zu spät und völlig abgehetzt an der Villa ankam, saß Anja stillend beim Kuchen im Café und erklärte, sie würde nicht lange bleiben, sie sei zu müde.

Es ist nicht so, dass man keine Zeit mehr hat

Ich habe ein Buch darüber geschrieben was aus Freundschaften wird, wenn eine der Freundinnen ein Kind bekommt. Bleibt die Verbundenheit genau so innig und tief, wenn die e...

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