Mamas & Papas: Wenn die Eltern zur Techno-Party aufs Land fahren

Techno ist wie Marathon – nicht lange nachdenken, einfach passieren lassen

Wir sind eine neugierige Familie, also jedenfalls wir Eltern. Wir möchten Anteil nehmen am Leben unserer Kinder, an ihren Sorgen, Freuden, Ängsten. Gerade unser großer Sohn, der sich als Student versucht, weiß unsere Anteilnahme allerdings nicht zu schätzen. Unser fürsorgliches Interesse an Noten, Mädchen, undsonstso wird viel zu oft mit einem "Och ..." beantwortet. Natürlich muss sich der Junge abnabeln. Aber doch nicht sofort. Und nicht gleich ganz. Wir sind die Eltern, wir haben ein Recht auf Anteil.

Na gut, wenn der Bengel sich nicht mitteilen will, holen wir uns die Infos eben. Was zum Beispiel bedeuten diese speckigen Bändsel, die junge Leute wolfgangpetryhaft am Handgelenk tragen? Erstes Annähern an die Versicherungsbranche? Im Internet hat die Chefin herausgefunden, wofür die Bändchen Einlass gewähren. "Festivals", erklärte sie. Aha. Ist aber nicht so richtig jung. Im Schlamm gerutscht wird seit Woodstock. Und in Wacken sind es eher Vertreter der Generation Midlife-Crisis, die sich in die Lederkutte zwängen und tagelang flüssig ernähren. Die Chefin zeigte mir eine gepunktete Karte von Nordostdeutschland; jeder Klecks ein "Festival". Offenbar wird an jedem Sommerwochenende irgendwo in der Einöde gefeiert. Von behelfsmäßigen Bühnen dröhnt Musik, die die Bauchmuskeln trainiert. Die Ureinwohner verkaufen Dosenbier, getanzt wird rund um die Uhr. Genau mein Ding, jedenfalls vor 30 Jahren.

"Da fahren wir mal hin", entschied die Chefin, "wir sind doch jung geblieben." Das behau...

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