"Malvina, Diaa und die Liebe": KiKA sorgt mit Flüchtlingsdoku für Aufsehen

"Malvina, Diaa und die Liebe": KiKA sorgt mit Flüchtlingsdoku für Aufsehen

Im November zeigte der Kindersender KiKA im Rahmen der Reihe "Schau in meine Welt!" eine Dokumentation über eine deutsch-syrische Liebesbeziehung. Der Titel: "Malvina, Diaa und die Liebe". Er ist ein Flüchtling und sie ein 16-jähriges Mädchen. Und auch wenn der Beitrag schon einige Wochen zurückliegt, stoßen sich derzeit viele daran auf – aus diversen Gründen.

Für Wirbel sorgte zum einen das Alter von Diaa. Während es anfangs hieß, dass er 17 sei, wurde sein Alter vom Sender mittlerweile korrigiert. In einem offiziellen Statement erklärte der KiKA, dass Diaa zu Drehbeginn 19 Jahre alt war. Außerdem heißt es: "Als er und Malvina sich kennen lernten, war er 17 Jahre alt. Dass dieses Alter dann in Bildunterschriften auftauchte, ist irreführend, wir haben das mittlerweile korrigiert."

Es ist längst nicht nur das Alter, dass bei vielen für Unverständnis sorgt, sondern auch der Inhalt an sich. In dem Film schildern Malvina, ihre Eltern sowie Diaa ihre Sicht auf die Beziehung. Die Deutsche und der Syrer haben sich demnach in einem Flüchtlingsheim kennengelernt. In dem Beitrag ist die Rede von Liebe, aber auch von viel Streit sowie kulturellen und religiösen Spannungen.

Kurze Röcke tragen oder Freunde umarmen darf Malvina nicht mehr. In der KiKA-Sendung erklärt sie über Diaa: "Ich habe das Problem mit ihm, dass ich oft in eine Richtung gelenkt werde, in die ich gar nicht kommen möchte. Ich darf keine kurzen Sachen anziehen, immer nur lange Sachen. Das heißt: Kleider dürfen nur bis zum Knie gehen. Und das war's – und nicht kürzer." Diaa sei ihr aber wichtiger als Hotpants.

Aus Liebe zu ihrem Freund strich die 16-Jährige auch Schweinefleisch von ihrem Speiseplan. "Er sagte, dass das Fleisch nicht so gut wäre. Und dann hab ich auch aufgehört das zu essen. Das hab' ich ihm zuliebe gemacht - und das stört mich nicht so unbedingt", so ihre Begründung. Für Diaa scheint das etwas ganz Selbstverständliches zu sein: "Die Religion gibt uns die Regeln. Und daran müssen wir uns halten." Seinen Wunsch, zum Islam zu konvertieren oder ein Kopftuch zu tragen, will sie ihrem Freund nicht erfüllen. "Ich bin eine Christin. Und eine Emanze", sagt sie.

Vor allem die AfD übt derzeit Kritik an der KiKA-Dokumentation. Politiker Dirk Spaniel wirft dem Sender in einem Facebook-Beitrag "unerträgliche und gefährliche Propaganda", "falsch verstandene Toleranz" und "unverantwortliche Manipulation und Indoktrination Minderjähriger" vor.