Malta und die "Paradise Papers": Regierungschef nimmt Stellung

Gerade rücken die Paradise Papers Malta als Steuerparadies wieder in den Fokus – da hält der Regierungschef des Inselstaats in Athen eine Rede für weniger Barrieren beim Handel mit Gütern und Kapital. Joseph Muscat sprach am Donnerstag auf dem Gipfel zwischen der EU und der arabischen Welt. Dass Malta eine zu laxe Steuergesetzgebung habe, weise er strikt zurück, so der Politiker im Gespräch mit euronews. “Vielleicht sind wir ein bisschen zu erfolgreich”, sagte er. “Wir wollen Unternehmen anziehen und holen sie auch zu uns. Wir sind eben tatkräftig.”

Symele Touchtidou, euronews: “Aber Malta wurden in den Paradise Papers erwähnt!”

Muscat: “Es wurde erwähnt, dass einige Unternehmen, die auf Malta sitzen an anderen Orten investiert hatten. Es ist kein Geheimnis, dass diese Unternehmen auf Malta sitzen, unsere Gesetze sehen keine Geheimhaltung vor, die Handelsregister sind offen. Vielleicht wird uns vorgeworfen, dass unsere Gesetzgebung im Vergleich zu denen anderer europäischer Länder zu attraktiv ist, aber wir sind definitiv kein Steuerparadies.”

euronews: “Also viel Lärm um nicht?”

Muscat: “Ja, viel Lärm um nichts.”

Muscats direkte Umgebung war auch in den “Panama Papers” der Korruption beschuldigt worden – die Journalistin, die dahintersteckte, wurde im Oktober durch eine Autobombe ermordet. Muscat versprach rasche Aufklärung.

Zu den Anschuldigungen gegen ihn und sein Umfeld sagte er: “Wir können nicht tolerieren, dass ein Mensch, erst recht keine Journalistin, in unserem Land ermordet wird. Wir statten die Ermittler mit allen Mitteln aus, um sicherzugehen, dass der Sache auf den Grund gegangen wird.”

euronews: “Gibt es schon Ergebnisse?”

Muscat: “Sollte es Ergebnisse geben, würde ich sie untergraben, wenn ich sie öffentlich machen würde. Das ist den Ermittlern überlassen. Ich bin die erste Person, die sich wünscht, dass dies schon gestern geklärt worden wäre, weil die Anschuldigungen gegen mich komplett unbegründet sind. Ich bin mir meiner Lage so sicher, dass ich sage, dass ich sofort zurücktreten würde, wenn es auch nur den Hauch eines Beweises dafür geben würde, dass das, was gesagt wird, wahr ist. Und ich halte mein Wort.”