Malediven verweigern Gruppe internationaler Juristen die Einreise

Die Malediven haben die Beobachtermission einer internationalen Juristenvereinigung unterbunden. Wie die Organisation Law Asia am Mittwoch mitteilte, wurden vier ihrer Mitglieder nach ihrer Ankunft in dem Inselstaat festgenommen und ausgewiesen. Die Juristen wollten sich nach der Ausrufung des Ausnahmezustands auf den Malediven ein Bild von der Lage machen.

Der Machtkampf in dem Touristenparadies war Anfang Februar eskaliert. Der autoritär regierende Staatschef Abdulla Yameen verhängte den Ausnahmezustand und ließ den obersten Richter des Landes und einen weiteren ranghohen Juristen festnehmen. Der Staatschef reagierte damit auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, politische Gefangene freizulassen und mehreren abtrünnigen Abgeordneten ihr Mandat zurückzugeben. Dadurch hätte Yameens Partei ihre Mehrheit im Parlament verloren. Die verbliebenen Richter hoben die Urteile später wieder auf.

Die Organisation Law Asia verurteilte die Festnahme der vier Juristen, die am Sonntag am internationalen Flughafen der Malediven in Gewahrsam genommen worden waren. Ziel der Mission sei "eine unabhängige und unbefangene Untersuchung" gewesen. Die Vereinigung hatte sich nach eigenen Angaben mehr als zwei Wochen lang erfolglos um spezielle Visa bemüht.

Yameen hatte internationale Organisationen nach Verhängung des Ausnahmezustands eingeladen, sich von der "sicheren" Lage in seinem Land zu überzeugen. Ungeachtet internationaler Proteste wurde der Ausnahmezustand auf den Malediven in der vergangenen Woche um 30 Tage verlängert.