Mal aus einer anderen Perspektive betrachtet: Warum es auch positiv sein könnte, wenn man Strafzinsen bezahlen muss!

·Lesedauer: 3 Min.
Investor denkt nach Strafzinsen

Was ist nur mit den Sparzinsen passiert, fragt sich bestimmt der eine oder andere. Auch ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, wo man für sein Guthaben auf dem Tagesgeldkonto risikolose 4 % Zinsen pro Jahr erhalten hat. Doch diese schöne Phase ist schon lange vorbei. Derzeit überhaupt noch nennenswerte Zinserträge mit seinem Ersparten zu generieren, ist eigentlich schon ein Ding der Unmöglichkeit geworden.

Mittlerweile weht einem an der Zinsfront allerdings ein noch härterer Wind entgegen. Denn immer mehr Finanzinstitute sind dazu übergegangen, Strafzinsen zu verlangen. Derzeit sind es knapp 500 Banken und Sparkassen, die ihren Kunden solche Negativzinsen auf Guthaben berechnen. Noch vor Kurzem galt dies allerdings erst für Beträge ab 100.000 Euro. Doch aktuell sind es nun schon rund ein Drittel der 500 Institute, die nur noch einen Freibetrag von 25.000 Euro oder weniger gewähren.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass immer mehr Sparer in den „Genuss“ solcher Strafzinsen kommen könnten. Und ich gebe natürlich durchaus zu, dass sich dies auf den ersten Blick wahrscheinlich sehr unangenehm anfühlt. Doch wenn man sich einmal kurz zurücklehnt und über die ganze Angelegenheit nachdenkt, könnte man auch zu einem positiven Gesichtspunkt kommen.

Die Situation ist besser, als man denkt

Wie ist das denn wohl gemeint, werden sich einige Leser jetzt bestimmt fragen. Na, ganz einfach. Im Großen und Ganzen greifen die Strafzinsen bei den meisten Geldhäusern ja weiterhin erst bei Beträgen ab 50.000 oder 100.000 Euro. Wenn man also von Negativzinsen betroffen ist, bedeutet dies gleichzeitig, dass man sich im Vorfeld schon ein kleines Vermögen angespart hat.

Und dies vergessen in meinen Augen die meisten Geldanleger. Denn es ist meines Erachtens durchaus ein Grund zur Freude. Zeigt es doch, dass man gegenüber vielen seiner Mitmenschen in der Lage war, sein Geld festzuhalten. Und vielleicht sollte man aus dieser Situation heraus anfangen zu begreifen, dass einem ein solch hoher angesparter Betrag noch viele weitere Möglichkeiten bieten könnte.

Was könnte man beispielweise tun?

Ich finde, Strafzinsen auf sein deponiertes Geld zu zahlen sollte nicht die einzige Option sein. Man könnte zum Beispiel die Hälfte davon nehmen und in DAX-Aktien investieren. Laut Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts konnte man damit die letzten zehn Jahre im Schnitt 7,1 % Rendite im Jahr erwirtschaften. Hätte man hier zum Beispiel vor zehn Jahren 25.000 Euro investiert, dann wäre diese Summe bis heute auf einen Betrag von 49.640 Euro angewachsen (Stand: 31.12.2020).

Und auch Dividenden können bei der Aktienanlage eine Rolle spielen. Nehmen wir auch hier wieder den Betrag von 25.000 Euro. Investiert man diesen in verschiedene Aktien, die einem beispielsweise eine durchschnittliche jährliche Dividendenrendite von 3,0 % bieten, dann bedeutet dies, dass man schon in den ersten zwölf Monaten nach seiner Investition insgesamt eine Gewinnbeteiligung von 750 Euro auf sein Konto überwiesen bekommt.

Wie unschwer zu erkennen ist, muss es nicht unbedingt schlimm sein, wenn einem die Bank Strafzinsen in Rechnung stellt. Zumindest nicht, wenn man dies als Signal für ein Umdenken in Sachen Geldanlage ansieht. Denn es gibt eine Menge Möglichkeiten, sein Kapital gewinnbringend zu investieren. Und Anregungen dafür findet man unter anderem auch bei uns Fools in durchaus reichlicher Anzahl.

Der Artikel Mal aus einer anderen Perspektive betrachtet: Warum es auch positiv sein könnte, wenn man Strafzinsen bezahlen muss! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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