Makwala-Aus schockt Weltmeister

Isaac Makwala aus Botswana galt als Medaillenkandidat über 400 Meter

Weltmeister Wayde van Niekerk (Südafrika) hat den Ausschluss seines ärgsten Rivalen Isaac Makwala (Botswana) vom Finale über 400 m bedauert. Es sei "ein herzzerreißender Moment" gewesen, als er davon erfahren habe, sagte Olympiasieger und Weltrekordler van Niekerk: "Ich wünschte, er wäre mit mir gelaufen. Am liebsten würde ich ihm meine Medaille geben."

Das WM-Aus von Makwala sorgt derweil für Aufsehen. Die IAAF hatte den 30-Jährigen wegen Magen-Darm-Problemen nicht zum Finale über 400 m am Dienstagabend zugelassen. Bei der Nummer drei der Weltbestenliste sei eine Infektionskrankheit diagnostiziert worden, teilte der Weltverband mit. Deshalb sei Makwala bereits am Montag auf Empfehlung der britischen Gesundheitsbehörde für 48 Stunden unter Quarantäne gestellt worden. Makwala hatte am Montag bereits die Vorläufe über 200 m verpasst.

Makwala wollte aber über 400 m unbedingt antreten, er fuhr trotz der verhängten Quarantäne sogar zum Stadion. "Das ist nicht fair. Ich glaube fast, das ist Sabotage", sagte Makwala dem Sender ITV: "Ich frage mich, was passiert wäre, wenn ich ein britischer Athlet gewesen wäre. Hätten sie mir dann auch nicht erlaubt zu laufen? Es zerbricht mir das Herz."

Mehrere Teams meldeten in London zuletzt Magen-Darm-Erkrankungen, es wurden auch zwei Fälle von Norovirus offiziell bestätigt. Auch in der deutschen Nationalmannschaft gab es Probleme. "Wir haben daraufhin zusammen mit der medizinischen Kommission der IAAF Gespräche geführt, und die Hygienestandards im Hotel wurden kurzfristig deutlich erhöht", hatte Andrew Lichtenthal, leitender Verbandsarzt des DLV, gesagt.