Maischberger: Oppositionsparteien teilen kräftig gegen die Große Koalition aus

Die Gäste bei „Maischberger“: Sahra Wagenknecht, Alexander Gauland, Journalistin Bettina Gaus, „Cicero“-Chefredakteur Christoph Schwennicke, Ralf Stegner und Joachim Herrmann. (Bild: WDR/Max Kohr)

In der aktuellen Sendung von Sandra Maischberger fällt die Kritik an der geplanten GroKo hart aus.  Besonders SPD-Vize Ralf Stegner gerät dabei in der Diskussion mit Sahra Wagenknecht (Linke) und Alexander Gauland (AfD) in Bedrängnis.

Es war eine Runde, die bereits vorab einiges an Zündstoff versprach: In der aktuellen „Maischberger“-Folge trafen AfD-Parteivorsitzender Alexander Gauland, SPD-Vize Ralf Stegner, CSU-Innenminister Joachim Herrmann und Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht aufeinander – und wie zu erwarten war, geriet die GroKo schnell ins Kreuzfeuer der Oppositionsparteien.

Schon die Moderatorin bringt die Vertreter von SPD und CDU anlässlich der aktuellen Koalitionsgespräche mit Fragen nach dem unsteten Kurs der vergangenen Monate, der Uneinigkeit in den eigenen Reihen und der ins Wanken geratenden Kanzlerin ins Schwitzen. „Man kann sich nur leisten, seine Meinung nie zu hinterfragen, wenn man in der Opposition ist“, verteidigt Stegner den Kurswechsel der SPD. „Wir haben gesagt, als CSU, wir unterstützen die Kanzlerkandidatin der CDU“, umschifft Herrmann die Frage, ob er noch hinter Merkel steht.

SPD-Vize Ralf Stegner und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) befinden sich derzeit in Koalitionsgesprächen. (Bild: WDR/Max Kohr)

Nach der Hälfte der Sendezeit dreht Sahra Wagenknecht auf: Die Linken-Fraktionschefin erkenne derzeit nicht nur eine grundlegende Unzufriedenheit mit der Bundeskanzlerin, sondern gar eine „handfeste Krise der Demokratie“, wie sie erklärt: „Wir haben einen relevanten Teil der Bevölkerung, der sich nicht mehr politisch widergespiegelt fühlt von der Regierungspolitik, die wir seit Jahren haben.“ Die Programme der einzelnen Parteien würden sich immer mehr angleichen und den Bürgern keine Alternativen mehr bieten. „Dann wählen sie aus Wut möglicherweise auch noch Herrn Gauland“, so Wagenknecht.

Gerade in Bezug auf soziale Themen sieht die Linken-Politikerin große Mängel und kritisiert die aus ihrer Sicht unzulänglichen Diskussionen über den Mindestlohn und die Vermögenssteuer. Ihr vernichtendes Resümee: „Sie haben ja auch gar keine Visionen, Sie haben gar nicht mehr den Ansatz, irgendwo etwas fundamental zu ändern.“ Dass das die Menschen nicht begeistern könne, sei klar.

Zuspruch bekommt sie dabei von AfD-Chef Alexander Gauland. Nicht nur die CDU sei „verdorben“, sondern auch die SPD habe als Arbeiterpartei keine Inhalte mehr und würde soziale Themen nicht genügend ansprechen: „Wenn ich in den Medien lese, dass für die SPD das Wichtigste ist, den Familiennachzug für subsidiär Geschützte durchzusetzen, dann frag ich mich ‚Wo leben wir eigentlich?’ Welche Verkäuferin in Dortmund, welcher Bandarbeiter bei Volkswagen will so etwas überhaupt? Das interessiert ihn gar nicht“, argumentiert er nach Parteilinie. „Insofern hat Frau Wagenknecht leider Recht.“ Die Parteien seien „nicht mehr verankert bei den Menschen“, stimmt er ihr zu.

Linken-Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht und AfD-Parteichef Alexander Gauland kritisierten die Regierungsparteien scharf. (Bild: WDR/Max Kohr)

SPD-Vize Ralf Stegner ist von den anhaltenden Angriffen deutlich angestachelt. „Wir brauchen von der Linkspartei und von der Rechtspartei wirklich keine Ratschläge, was die SPD tun sollte“, bemerkt er höhnisch. Die SPD setze sich immer noch dafür ein, dass sich das Leben für „ganz normale Menschen“ verbessere. „Sie haben für überhaupt nichts Lösungen, sondern immer nur Sündenböcke anzubieten. Damit können Sie Ihre Leute befriedigen, aber bleiben Sie uns fern damit“, giftet er in Richtung Wagenknecht und Gauland.

Die vermeintliche Nähe von AfD und Linker will Sahra Wagenknecht jedoch nicht stehen lassen, da auch Gauland & Co. sich nicht für soziale Themen einsetzen würden. Als Beispiele führt sie Unternehmenssteuer-Dumping und Massenentlassungen in Großkonzernen an, die von der AfD billigend hingenommen würden. „Sie sind ja gar keine soziale Opposition und ich hoffe, dass das die Menschen auch merken“, sagt sie mit Blick auf den Parteichef.

Ob es schließlich überhaupt zu einem Koalitionsvertrag zwischen SPD, CDU und CSU kommt, ist bis jetzt unsicher. Stegner sieht in der Sendung eine Zwei-Drittel-Wahrscheinlichkeit für die GroKo, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann lässt sich jedoch nicht zu Spekulationen hinreißen. „Wir wollen eine solche Regierung bilden, aber klar ist auch: Nicht um jeden Preis“, erklärt er.

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