Torwartlegende Maier hält Neuer für ersetzbar

Manuel Neuer muss eine lange Pause einlegen

Die erneute Verletzung von Manuel Neuer war ein unerwarteter Schock für den FC Bayern. Für Torwartlegende Sepp Maier ist der Ausfall aber halb so schlimm, zumindest für den Rekordmeister.

"Für den FC Bayern ist es nicht allzu dramatisch, da mit Sven Ulreich ein sehr guter Torhüter zwischen den Pfosten steht", sagte der ehemalige Bayern-Keeper im Interview mit der tz. "Unersetzbar ist kein Mensch auf dieser Welt. Kurzfristig zumindest. Auf die Dauer gesehen ist das natürlich anders, trotzdem bin ich nicht so pessimistisch."

Ulreich sei ein würdiger Ersatz, so Maier. Er habe auch in der letzten Verletzungspause von Neuer gute Leistungen gezeigt.


Probleme im WM-Jahr für Neuer

Die Folgen für die deutsche Nummer eins seien dagegen schwieriger: "Für Manuel Neuer ist es sehr dramatisch. Kommendes Jahr steht schon die WM vor der Tür. Sollte er wie prognostiziert nach der Winterpause wieder fit sein, wären noch einige Wochen hin bis zur WM. Wichtig ist, dass er nach der Verletzung wieder die Form erreicht, die er bis zuletzt gezeigt hat."

Dass die Bayern nach einem schwachen Saisonstart viel Kritik aushalten mussten, kann Maier nicht verstehen.

"Unter Pep Guardiola ist es auch mal nicht so gelaufen, irgendetwas gewonnen haben sie am Ende trotzdem. Momentan spielen sie ja wieder gut, die Schalker haben sie ja laufen lassen wie die Hasen. Man sollte nicht gleich draufhauen wie der Paul (Breitner, Anm.d.Red.), wenn es mal nicht so flüssig läuft."

Maier schießt gegen FCB-Führung

Die Schuld für den schlechten Beginn in der neuen Spielzeit schiebt der 73-Jährige den FCB-Verantwortlichen in die Schuhe. "Warum muss man denn während der Vorbereitung 14 Tage nach China fahren und dort dann nur Prügel kassieren? Gerade mal eine Partie haben sie gewonnen. Das war der Grund, warum sie am Anfang nicht so fit waren."

Die Asienreise sei eine schlechte Vorbereitung für die Profis. Der FC Bayern habe seine Spieler "einzig und allein gestresst. Sonst gar nichts", kritisierte Maier und legt nach: "Ich weiß nicht, ob der FC Bayern so arm ist, dass er unbedingt nach China fahren muss, damit sie ihre Trikots verkaufen können, aber das ist doch auch nicht der Sinn der Sache."

Verständnis für Müller

Selbst die eigenen Spieler sorgten bei den Münchnern für Unruhe. Neben Robert Lewandowski zeigte sich auch Thomas Müller unzufrieden. Für Maier aber kein Grund für zu viel Aufregung: "Ja mei, wenn er nicht spielt, ist es doch klar, dass er frustriert ist. Das hätte ich doch genauso gemacht."

Trotzdem appelliert der Ex-Profi an Müllers Mannschaftsgeist. "Auch er kann keine 70 Spiele pro Saison machen, das geht bei dem Pensum einfach nicht. Die Spieler müssen damit aber auch zufrieden sein. Es bringt nichts, wenn einer nicht spielt und dann unglücklich ist, alle müssen zusammenhalten. Dann kommt der Erfolg – egal, wer spielt", so Maier.