Mahnmal für Breivik-Opfer kommt vorerst nicht

In Norwegen wird es vorerst kein Mahnmal für die Opfer des Rechtsextremisten Anders Behring Breivik geben. Die Regierung in Oslo ließ am Mittwoch ein Projekt eines schwedischen Künstlers nach Protesten von Anwohnern fallen. Es werde jetzt nach einem neuen Vorhaben an einer anderen Stelle gesucht, hieß es.

Kommunal-Minister Jan Tore Sanner erklärte, das Projekt des schwedischen Künstlers Jonas Dahlberg werde nicht realisiert. Dahlbergs Entwurf für die Gedenkstätte "Wunde der Erinnerung" sah vor, die in der Nähe der Insel Utoya gelegene Halbinsel Sorbraten zu teilen. In der entstehenden Schneise sollten die Namen der Opfer angebracht werden.

Eine Bürgerinitiative drohte allerdings mit einer Klage, da sie eine Verschandelung der Landschaft befürchtete. Das neue Mahnmal könnte nun in der Nähe der Abfahrtstelle des Fährschiffs nach Utoya entstehen.

Breivik hatte am 22. Juli 2011 zunächst acht Menschen bei einem Bombenanschlag in Oslo getötet. Anschließend erschoss er auf der Insel Utoya 69 weitere Menschen, die am Sommerlager der sozialdemokratischen Jugendorganisation teilnahmen. Breivik, der sich mittlerweile Fjotolf Hansen nennt, wurde im August 2012 zur Höchststrafe von 21 Jahren Gefängnis verurteilt.