Maduro macht in den USA unter Anklage stehenden Beamten zum Ölminister

Tareck El Aissami

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat den in den USA wegen Drogenhandels angeklagten Regierungsbeamten Tareck El Aissami zum neuen Ölminister seines Landes ernannt. Maduro beauftragte El Aissami am Montag mit der "Umstrukturierung und Reorganisation" der krisengeschüttelten venezolanischen Ölindustrie. El Aissami folgt auf den General Manuel Quevedo, der seit 2017 gleichzeitig das Ölministerium und den staatlichen Ölkonzern PDVSA leitete.

In den USA steht El Aissami seit August vergangenen Jahres auf der Liste der meistgesuchten Kriminellen sowie seit 2017 auf der offiziellen Sanktionsliste. Washington wirft El Aissami vor, "eine zentrale Rolle im internationalen Handel mit Betäubungsmitteln" zu spielen.

In früheren Positionen habe er den illegalen Export von Betäubungsmitteln unter anderem nach Mexiko und in die USA organisiert oder überwacht, heißt es auf der Website der US-Zollbehörde ICE. Im März vergangenen Jahres erhob die US-Justiz Anklage gegen El Aissami, Maduro und 13 weitere venezolanische Regierungsbeamte wegen "Drogen-Terrorismus'". Für die Ergreifung El Aissamis und Maduros setzten die USA ein Millionen-Kopfgeld aus.

Maduro ersetzte Quevedo auch an der Spitze von PDVSA. Als Interimschef des Staatsunternehmens setzte er Asdrubal Chávez ein, einen Cousin des früheren Präsidenten Hugo Chávez.

Die Wirtschaft ist fast vollständig vom Ölexport abhängig und befindet sich wegen der Folgen der Corona-Pandemie auf den Ölpreis sowie aufgrund von US-Sanktionen zusätzlich in der Krise. Am vergangenen Freitag fiel der Preis für ein Barrel venezolanisches Öl auf ein historisches Tief von unter zehn Dollar.

Venezuela steckt bereits seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Bevölkerung in dem ölreichen Land leidet unter Versorgungsengpässen bei zahlreichen Gütern, seit 2015 haben laut den Vereinten Nationen mehr als 45 Millionen Venezolaner das Land verlassen.