Madagaskar: Neuer Pestausbruch

In Madagaskar ist seit Anfang August ein altbekannter Schädling wieder aufgetaucht: Bakterium Yersinia Pestis, der Pesterreger.

Dieser löste auf Madagaskar schon mehrmals Pestseuchen aus, fast jedes Jahr, vor allem während der Regenzeit ab September.

Seit dem Ausbruch der jüngsten Pestwelle verloren auf Madagaskar mindestens 30 Menschen das Leben, rund 200 Weitere seien mit der Krankheit infiziert, so das Gesundheitsministerium des Inselstaats. Vor allem die tödliche Lungenpest macht den Madegassen zu Schaffen: Dieses Jahr gibt es besonders viele Fälle dieser schwierigen Pestform, berichten Gesundheitsorganisationen vor Ort.

Schuld für die Verbreitung des Bakteriums sind laut Experten vor allem die schlechten Hygiene-Bedingungen: Überträger sind unter anderem Ratten, Flöhe oder Mücken.

Außerdem ist die mangelhafte Gesundheitsversorgung in einem der ärmsten Länder der Welt ein Vorteil für die Krankheit: Immer mehr Menschen stecken sich an, die Krankenhäuser und Ärzte kommen nicht mehr hinterher.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist besorgt: Dieses Jahr sind auch Gebiete betroffen, die eigentlich als risikofrei gelten, wie dichte Hafenstädte und die überbevölkerte Haupstadt. Die Organisation hat einen Notfallplan vorbereitet, der helfen soll. Dass die Krankheit sich auf die benachbarten Inseln im Indischen Ozean und andere Regionen ausbreitet, sei zwar möglich, dennoch ist das Risiko gerring, so die WHO.

Die madegassische Regierung entschied, große Menschenversammlungen in den betroffenen Gebieten vorerst zu verbieten, um zu verhindern, dass sich die Menschen über die Luft anstecken.

Updated fact sheet on #plague https://t.co/fGplUSKC9p pic.twitter.com/uCkew2HgVw— WHO (@WHO) 5 octobre 2017

The risk of #plague infection with Yersinia pestis for international travellers to #Madagascar is generally low https://t.co/dEM3k3XgJL— WHO (@WHO) 3 octobre 2017