Macron stellt Pläne für flexibleren Arbeitsmarkt vor

Der französische Präsident Emmanuel Macron will die bisher größte Herausforderung seiner noch jungen Amtszeit angehen: die Arbeitsmarktreform. Fünf Maßnahmen sollen neue Jobs schaffen und Investoren anziehen.


Mit fünf einschneidenden Maßnahmen will die französische Regierung den Arbeitsmarkt reformieren. Ziel sei, verlorene Jahre und verpasste Gelegenheiten aufzuholen, sagte Premierminister Edouard Philippe am Donnerstag bei der Vorstellung der Pläne. Präsident Emmanuel Macron sei im Mai gewählt worden, um Veränderungen einzuleiten, die einen weitreichenden Einfluss auf die Arbeitsgesetze hätten. „Es wäre wahrscheinlich einfacher und weniger riskant gewesen, die Symptome zu behandeln als sie zu heilen“, fügte Philippe hinzu.

Macron stellt sich mit der Vorlage seiner ehrgeizigen Arbeitsmarktreform der größten Herausforderung seiner jungen Amtszeit. Sein Ziel ist es, den Arbeitsmarkt in Frankreich komplett neu aufzustellen und dabei Regelungen abzuschaffen, die bislang von den Gewerkschaften vehement verteidigt wurden. Sie und politische Gegner Macrons haben bereits zu Demonstrationen und Streiks aufgerufen, weil sie einen Abbau von Arbeitnehmerrechten erwarten.

So wird damit gerechnet, dass eine Obergrenze für Geldstrafen eingeführt wird, die Firmen bei der Entlassung von Arbeitnehmern zahlen müssen. Die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sollen vereinfacht und die Bindung einzelner Unternehmen an Flächentarifverträge reduziert werden können. Die fünf Maßnahmen sollen bis Ende des Jahres ratifiziert werden.

Mit seiner Arbeitsmarktreform will Macron neue Jobs schaffen und Frankreich für ausländische Investoren interessant machen. Seit seiner Wahl ist seine Popularität Umfragen zufolge stark zurückgegangen.