Macron ruft Israel und Iran zur "Deeskalation" auf

Merkel mit Emmanuel Macron und dessen Frau in Aachen

Nach den israelischen Angriffen auf iranische Ziele in Syrien hat Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron beide Seiten vor einer Eskalation des Konflikts gewarnt. Macron rufe zur "Deeskalation" auf, teilte das französische Präsidialbüro am Donnerstag in Aachen mit. Der Präsident wolle am Rande der Karlspreis-Verleihung in Aachen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über den Konflikt zwischen Israel und Iran sprechen.

Macron wird am Donnerstagvormittag in Aachen wegen seiner Verdienste um die europäische Einigung mit dem internationalen Karlspreis ausgezeichnet. Beim Festakt im historischen Krönungssaal des Aachener Rathauses hält Merkel die Laudatio.

Russland brachte derweil seine "Besorgnis" über die Gefechte in Syrien zum Ausdruck. Alle Parteien seien zur "Zurückhaltung" aufgerufen, erklärte der russische Vize-Außenminister Michail Bogdanow am Donnerstag in Moskau.

Die israelische Armee hatte nach eigenen Angaben in der Nacht zu Donnerstag dutzende iranische Ziele in Syrien attackiert und getroffen. Damit reagierte Israel nach eigenen Angaben darauf, dass der Iran rund 20 Geschosse auf israelische Stellungen auf den besetzten Golanhöhen abgefeuert habe. Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman erklärte, die Armee habe "nahezu die gesamte iranische Infrastruktur" beschossen.

Die Golanhöhen liegen zwischen Israel und Syrien. Der größte Teil des Plateaus wird von Israel besetzt.

Israel hatte in der Vergangenheit bereits wiederholt iranische Ziele in Syrien angegriffen. Der Iran kämpft im syrischen Bürgerkrieg wie Russland an der Seite der Regierungstruppen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Israel fühlt sich durch die Präsenz des Iran im Nachbarland Syrien massiv bedroht. Zugleich sieht sich Israel in seinen Warnungen vor dem Iran durch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump bestärkt, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. Trump hatte den Ausstieg am Dienstag verkündet, die übrigen Vertragspartner wie Frankreich und Deutschland wollen an der Vereinbarung mit Teheran festhalten.