Macron nennt Kritik an "königlicher" Familienfeier kleingeistig

Schloss Chambord im Loire-Tal

Nach einer Familienfeier auf einem berühmten Renaissanceschloss an der Loire hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron seinen Kritikern Missgunst vorgeworfen. Macron sagte am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP und dem Rundfunksender RTL vor dem Schloss Chambord: "Man darf nicht in diese Kleingeistigkeit verfallen, die viele haben, die in allem Symbole sehen wollen".

Macron sagte weiter, er habe mit seiner Frau Brigitte und rund 15 weiteren Familienangehörigen in einer Ferienwohnung bei dem Schloss eine vorgezogene Weihnachtsfeier organisiert. Für die Unterkunft habe er 800 Euro aus eigenen Mitteln bezahlt und weitere 600 Euro für ein Essen in einem Saal des Schlosses.

"Das ist ein vernünftiger Preis für einen Präsidenten der Republik, der seiner Familie etwas Gutes tun will", betonte er. In Medienberichten war zunächst von einer vorgezogenen Geburtstagsfeier die Rede gewesen. Macron wird am Donnerstag 40 Jahre alt.

Mehrere Oppositionspolitiker warfen Macron vor, er werde mit der "königlichen" Feier seinem Ruf als "Präsident der Reichen" gerecht. Zu den Kritikern gehört unter anderem Linkspartei-Chef Jean-Luc Mélenchon.

Das Schloss befindet sich rund 200 Kilometer südwestlich von Paris und wurde vor fast 500 Jahren im Auftrag von König François I. (1494-1547) errichtet. Es steht auf der Liste des Unesco-Weltkulturerbes und zieht jährlich rund zwei Millionen Besucher an.