Macron in Französisch-Guayana: "Ich bin nicht der Weihnachtsmann"

Macron mit Einheimischen in Französisch-Guayana

Bei einem Besuch in Französisch-Guayana hat Präsident Emmanuel Macron mit Äußerungen zu geplanten Nothilfen für Empörung gesorgt. "Ich bin nicht der Weihnachtsmann, und die Bewohner Guayanas sind keine Kinder", sagte er am Donnerstagabend auf die Frage nach zusätzlichen Mitteln für die Not leidende Bevölkerung. Danach kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, mehrere Menschen wurden festgenommen.

In dem Überseeterritorium und in Paris stießen Macrons Äußerungen auf scharfe Kritik: "Wir brauchen keinen Weihnachtsmann, wir brauchen eine Regierung, die versteht, dass in Guayana nichts mehr geht", sagte der Vorsitzende des örtlichen Bürgermeister-Verbandes, David Riché, dem Sender Franceinfo. Der frühere französische Premierminister Bernard Cazeneuve rief Macron auf, "nationale Solidarität" zu zeigen.

Vertreter des Überseegebiets fordern von Paris insgesamt 3,2 Milliarden Euro Nothilfen, die Vorgängerregierung hatte im April nach wochenlangen Protesten aber nur 1,1 Milliarden in Aussicht gestellt. Macron schrieb dazu auf Twitter: "Die Zusagen werden eingehalten, nicht mehr, aber auch nicht weniger."

Vor der Präfektur von Französisch-Guayana in der Stadt Cayenne versammelten sich daraufhin Demonstranten, die Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas gegen sie vor. Einige Demonstranten warfen mit Molotow-Cocktails und anderen Geschossen.

In dem Überseegebiet mit rund 250.000 Einwohnern sind mehr als 40 Prozent der Menschen unter 25 Jahre arbeitslos. Aktivisten beklagen, 30 Prozent der Bevölkerung hätten keinen Zugang zu Trinkwasser oder zu Elektrizität.

Macron wollte am Freitag gemeinsam mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker den Weltraumbahnhof Kourou besuchen. Von dort starten die Ariane-Raketen.