Macron empfängt Venezuelas Parlamentspräsidenten und Maduro-Kritiker Borges

Venezuelas Parlamentspräsident Borges (l.) bei Macron

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat am Montag den venezolanischen Parlamentspräsidenten Julio Borges empfangen, einen der führenden Gegenspieler von Präsident Nicolás Maduro. Macron habe der venezolanischen Nationalversammlung im Machtkampf mit Maduro seine "vollständige Unterstützung" zugesagt, teilte Borges nach dem Treffen im Pariser Elysée-Palast mit. Der französische Präsident hatte in der vergangenen Woche gesagt, in Venezuela versuche eine "Diktatur", um den Preis von "Not" der Bevölkerung zu überleben.

Borges befindet sich auf einer Rundreise durch mehrere europäische Hauptstädte. Am Dienstag wird er in Madrid von Ministerpräsident Mariano Rajoy empfangen, am Mittwoch in Berlin von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), danach ist auch ein Treffen mit der britischen Premierministerin Theresa May geplant.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Präsidenten und der Mitte-Rechts-Opposition. Das 2015 gewählte Parlament wird von der Opposition dominiert. Es ringt mit der Ende Juli neu gewählten Verfassunggebenden Versammlung um die Vorherrschaft. Die Verfassunggebende Versammlung hatte Mitte August ein Dekret verabschiedet, nach dem ihr künftig "alle Organe der öffentlichen Gewalt" untergeordnet sein sollen. Die Bundesregierung hatte die Wahl zu der Versammlung kritisiert, weil sie Venezuela "weiter gespalten" habe.