Macron bekommt Karlspreis und wird von Atomkraftgegnern empfangen

In Aachen im Westen Deutschlands ist der Internationale Karlspreis vergeben worden. Benannt nach Karl dem Großen, der schon vor achthundert Jahren "Vater Europas" genannt wurde, wird in diesem Jahr ein vergleichsweise junger Politiker für seine Verdienste im Geiste des vereinten Europas geehrt: Emmanuel Macron, Staatspräsident Frankreichs.

Der Preis würdigt Macrons Kampf gegen die Isolation, in die sich mehr und mehr Staaten Europas zurückziehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erinnerte in ihrer Laudatio an die Zeit der Kriege in Europa und an den Kalten Krieg, eine Zeit, die in Vergessenheit gerate, weil es immer weniger Zeitzeugen gebe.

"Und dabei geht es heute wieder verstärkt darum, so hast Du es wiederholt ausgeführt, den engstirnigen, rückwärtsgewandten Nationalismen und den autoritären Versuchungen entgegenzutreten. In Straßburg hast Du von der Autorität der Demokratie gesprochen, die stärker sein muss, als diese autoritären Versuchungen." Die Geschichte des Karlspreises und seiner Preisträger seit den 50er-Jahren bezeichnete die Kanzlerin als Spiegel der Europäischen Geschichte.

Während drinnen bei alter Musik und Prunk gefeiert wurde, demonstrierten vor dem Gebäude Bürger gegen die Atompolitik Frankreichs. Das bekannte Lied "Frère Jacques" (Bruder Jakob) dichteten sie Macron zu Ehren um in "Stop Tihange", dem Namen des in Nordrhein-Westfalen in die Dauerkritik geratenen pannenträchtigen Atomkraftwerks an der Grenze zu Deutschland.