Macht & Sex - Vorwürfe gegen Senatskandidaten der Republikaner

Die Welle öffentlicher Vorwürfe wegen sexueller

Übergriffe durch Männer in Machtpositionen hat auch die US-Politik

erreicht. Vier Frauen haben den ultrakonservativen Senatskandidaten

Roy Moore (70) aus Alabama beschuldigt, ihnen nachgestellt zu haben,

als sie Teenager waren. Der Republikaner wies die Vorwürfe entschieden zurück.

Pervnado et Perv Nation en une des deux tabloids new yorkais

#LouieCK #RoyMoore #HarveyWeinstein #MeToo pic.twitter.com/rdnOUOav6Z— LeKiosqueDeNY (@LeKiosquedeNY) 11 novembre 2017

Roy Moore, Senatskandidat der US-Republikaner:

„Ich habe keine alkoholischen Getränke, Bier oder irgendetwas anderes – an Minderjährige weitergegeben. Ich habe mir kein sexuelles Fehlverhalten gegenüber irgendjemandem zu Schulden kommen lassen. Diese Anschuldigungen kamen erst jetzt – viereinhalb Wochen vor der Wahl am 12. Dezember heraus. Warum jetzt?

Geschichte wiederholte sich nicht, und wenn, dann als Farce. #RoyMoore #Trumphttps://t.co/ZmPVgFp4W0— Politik bei n-tv.de (@ntvde_Politik) 10 novembre 2017

Moore, ein christlicher Fundamentalist, war demnach damals in seinen frühen Dreißigern. Besonders gravierend sind die Vorwürfe einer Frau, die er seinerzeit zwei Mal mit nach Hause genommen und unsittlich berührt haben soll – als sie erst 14 Jahre alt war. Der Fall entzweit das Republikaner-Lager.

Mark Nilson, Moore-Unterstützer:

“Man kann ja jemanden verdächtigen, wie man will, aber rechtlich gesehen ist jeder unschuldig, bis sein Vergehen nachgewiesen ist. Das ist amerikanisches Gesetz und es geht zurück auf biblische Gesetze.”

Bill Smith, Anti-Moore-Demonstrant:

“Meine Hoffnung ist, dass die Menschen in Alabama sich endlich erheben und jemanden wählen, der anständig ist.”

Der Wirbel um Moore stürzt viele Republikaner in einen tiefen

Konflikt.

« Je dois revenir dans le pays pour voir ce qui se passe », le président Donald Trump a déclaré aux journalistes lors de son voyage vers l’Asie au sujet du candidat au Sénat républicain de l’Alabama Roy Moore. https://t.co/rXQIa5lxCe— frdeveaux (@jeandeveaux86) 12 novembre 2017

Die Republikaner haben im US-Senat nur zwei Stimmen Vorsprung vor den

Demokraten. Bei der anstehenden Wahl geht es um die Neubesetzung des Sitzes, der durch den

Wechsel von Jeff Sessions an die Spitze des Justizministeriums in Washington vakant geworden ist.

Andererseits geht Moore mit seinen extremen

Positionen dem republikanischen Establishment stark gegen den Strich.

Er tritt gern mit Cowboyhut und Pistole auf, ist gegen Muslime und

Homosexuelle, tritt für uneingeschränkte Waffenrechte ein und dafür,

«Gottes Gesetz» über die Verfassung zu stellen.

Zwei Mal wurde er ins Oberste Gericht Alabamas gewählt und zwei Mal

entlassen: Erst weigerte er sich, eine steinerne Tafel mit den zehn

Geboten vor dem Gerichtsgebäude zu entfernen, dann setzte er sich

über ein Urteil des höchsten US-Gerichts zu Homo-Ehen hinweg.

su mit dpa