"So was macht uns krank" - Kritik an Klopp wächst

Patrick Hauser
Jürgen Klopp ist mit dem FC Liverpool in die Krise gerutscht

Jürgen Klopp war nach dem Aus des FC Liverpool im englischen League Cup komplett bedient: "Es macht mich krank, wie wir unsere Tore kassieren. Ich fühle mich im Moment richtig schlecht."

0:2 lautete der Endstand in der dritten Runde gegen den englischen Ex-Meister Leicester City. Mittlerweile sind die Reds vier Spiele in Folge ohne Sieg, in dieser Zeit kassierte Liverpool zehn Gegentore.

Der Gegenwind für Klopp wächst im Nordwesten Englands. Liverpool Echo ätzte: "Willkommen im Klub, Jürgen. So etwas macht uns alle krank." Die immer wiederkehrenden Defensivpatzer seien "deprimierend vertraut" für die Fans, Liverpool müsse sich an die eigene Nase fassen.

Oxlade-Chamberlain enttäuscht auf ganzer Linie

Anstatt im Sommer in einen herausragenden Defensivmann zu investieren, holte Klopp teure Offensivspieler wie Mohamed Salah und Alex Oxlade-Chamberlain. Letzterer enttäuschte bei seinem Startelfdebüt in Leicester komplett und musste sich Hohn und Spott in den sozialen Medien anhören.




Klopp hatte sich früh in der Sommerpause für Virgil van Dijk entschieden, der FC Southampton gab den Innenverteidiger jedoch nicht frei. Klopp blieb stur und baute in der Defensive auf die bewährten Kräfte - eine Fehleinschätzung.

Ex-Nationalspieler Alan Shearer legte nach dem Pokal-Aus in seiner Kolumne für die Sun den Finger in die Wunde.

"Jürgen Klopp ist in Sachen Öffentlichkeitsarbeit wirklich brillant. Wenn man ihm zuhört, denkt man, dass Liverpool sich seit seiner Ankunft komplett positiv entwickelt hat", lobte er zunächst, um dann Fakten zu benennen: "Die Wahrheit ist, dass Liverpool unter Klopp keinen Deut anders ist als noch unter Brendan Rodgers."

"Das war lächerlich"

Tatsächlich kam Klopps Vorgänger auf einen annähernd identischen Punkteschnitt (1,77 vs. 1,80) wie Klopp.

Shearer, der den Reds im Meisterschaftskampf "keine Chance" einräumt, kritisierte speziell das Training des früheren BVB-Coaches. "Ich frage mich, was sie in den Trainingseinheiten machen, wenn sie Woche für Woche die gleichen Fehler produzieren. Was ich am Wochenende gegen Burnley (1:1, Anm. d. Red.) gesehen habe, war lächerlich."

Am Samstag geht es in der Premier League erneut nach Leicester, anschließend folgen zwei weitere knifflige Auswärtsspiele bei Spartak Moskau (Champions League) und Newcastle United (Premier League). Bringt Klopp seine Defensive bis dahin nicht auf Betriebstemperatur, droht ihm ein stürmischer Herbst.