Macher wittern Sabotage: Teuerster chinesischer Film aller Zeiten wird zum Flop

Victoria Timm
Freie Autorin für Yahoo Kino
Der teuerste chinesische Film aller Zeiten wurde nach dem Startwochenende aus dem Programm genommen. (Symbolbild: Getty Images)

Es sollte das chinesische Pendant zur „Herr der Ringe“-Reihe werden. Doch der bisher teuerste Film aller Zeiten floppte gnadenlos – und wurde nach dem Startwochenende sogar aus dem Programm genommen. Jetzt wird spekuliert, ob gezielte Sabotage hinter den vernichtenden Kritiken steckt.

Über 750 Millionen Yuan, umgerechnet mehr als 95 Millionen Euro, wurden in „Asura“ investiert. Das Fantasy-Epos ist als Trilogie geplant und basiert auf der tibetisch-buddhistischen Mythologie. Es sollte der „heißeste Blockbuster des Sommers“ werden – so zumindest kündigte das staatliche Medium „China Daily“ den Film an. Es hagelte Vorschusslorbeeren, doch am Startwochenende spielte er nur knapp über sechs Millionen Euro ein.

Die verantwortliche Produktionsfirma Alibaba Pictures reagierte prompt und nahm den Film wieder aus dem Programm. Das erste knappe Statement: „Wir entschuldigen uns bei allen, die den Film sehen wollten und keine Chance dazu haben werden.“ Eine offizielle Begründung dafür, dass der Film nach nur drei Tagen wieder gestrichen wurde, gab es zunächst nicht. Mittlerweile wird aber gemunkelt, dass Manipulation hinter dem Misserfolg stecken könnte.

Auffällig: Auf der Review-Seite „Douban“ fielen die Kritiken besonders vernichtend aus – und auch deutlich schlechter als auf anderen Seiten. Als häufigste Wertung wurde nur einer von zehn möglichen Punkten vergeben. Die Produzenten vermuten nun, dass Trolle gezielt negative Kritiken im Netz verbreiten. Die Filmemacher wollen das nicht einfach hinnehmen. Die chinesische News-Seite „Sina“ hat unter Berufung auf einen der Mitproduzenten gemeldet, dass „Asura“ aus dem Programm genommen wurde, damit der Film jetzt nochmal überarbeitet werden kann. Er soll zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal mit neuem Marketingkonzept anlaufen – und dann den geplanten Erfolg einfahren.

Welche Änderungen vorgenommen werden sollen, ist nicht klar. Mit dem Film versuchte sich Peng Zhang erstmals als Regisseur. Er war zuvor Stunt-Koordinator bei Filmen wie „Rush Hour 3“ oder dem ersten und zweiten Teil von „Twilight“. Die aufwendigen Kostüme wurden von der oscarprämierten Ngila Dickson designt, die auch für die „Herr der Ringe“-Outfits zuständig war. Die aufwendigen Spezialeffekte plante Charlie Iturriaga, der schon bei „Deadpool“ oder „Fast & Furious 7“ federführend war. Außerdem kreierte der renommierte Hollywood-Tontechniker Martín Hernández („The Revenant“, „Birdman“) die Audioeffekte.