„Mach et, Mehmet“ – Stadt Duisburg wird wegen Mülleimer-Kampagne Rassismus vorgeworfen

Eine Werbekampagne auf Mülleimern sorgt für Ärger in der türkischen Community. (Bild: Wolfram Kastl/dpa)

Eine neue Kampagne auf Mülleimern in Duisburg spricht die Bürger der Stadt persönlich an und fordert sie auf, für mehr Sauberkeit zu sorgen. Dabei sieht sich die Aktion “#machsrein” jedoch Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt.

Stein des Anstoßes sind die in der Kampagne verwendeten Namen: Türkische Medien und Twitter-Nutzer wollen hinter ihnen ganz klar Rassismus erkennen. “Geht doch, Gülcan” und “Mach et, Mehmet” sind nämlich zwei der Slogans – diese stoßen unter anderem der türkischen Community in Duisburg sauer auf. Ein türkischer Stadtbewohner erklärte in einem Video, die Wahl sei kränkend und werfe ein schlechtes Licht auf den Träger des Namens.

Dabei sind nur zwei der verwendeten Namen türkisch, der Großteil jedoch ist deutsch. “Hau rein, Hanna”, “Sauber, Steffi”, “Lass krachen, Lisa”, “Komma her, Kevin!”, “Alles klar, Andi” und “Respekt, Robert!” lauten die anderen Aufdrucke.

Silke Kersken, die Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe, zeigte sich “überrascht”. Mit dieser Reaktion habe man nicht gerechnet, zitiert sie “waz.de”. “Die Namen sind absolut wahllos genommen worden, es steckt keine Absicht dahinter, jemanden zu beleidigen”, betonte Kersken. Vielmehr habe man türkische Mitbewohner ins Boot holen wollen. “Hätten wir das nicht getan, wäre es sicher auch falsch gewesen.”

Einen Versuch, die Wogen zu glätten, unternahm Melih Keser, Vertreter des Duisburger Bezirks Meiderich/Beeck und integrationspolitischer Sprecher der lokalen Grünen. “Wir leben seit 50 Jahren in Deutschland, da gehören türkische Namen einfach zu Duisburg”, so Keser, der auf Facebook die Community zu beschwichtigen versuchte. Er wies allerdings auch darauf hin, dass bei der Namenswahl wenig Fingerspitzengefühl bewiesen wurde – der Name Mehmet ersetze den arabischen Namen Mohammed, was wiederum ein heiliger Name sei, mit dem man respektvoll verfahren müsse.

Das Ziel der Kampagne wird auf der Website beschrieben: “Duisburg ist eine tolle Stadt. Die Lage am Wasser, das viele Grün, Industrieromantik und der besondere Menschenschlag: Hier sind wir zuhause! Und unser Zuhause soll sauber sein. Dafür sind unsere Straßenreiniger jeden Tag im Einsatz. 6.000 Papierkörbe, hunderte Besen und viele große und kleine Kehrmaschinen helfen dabei“, heißt es da. „Aber Straßenreinigung alleine hilft nicht. Müll gehört nicht auf die Straße, sondern in den Papierkorb. Deshalb freuen wir uns über Hilfe. Gemeinsam für Glanz und Gloria, für unser Duisburg, für unsere Heimat: MACH’S REIN!”

Wer seinen eigenen Namen in der Kampagne sehen will, kann das übrigens mithilfe eines Namensgenerators auf der Website der Duisburger Wirtschaftsbetriebe tun.